Mit dem Handwerk zum Highscore

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Imposanter Messestand: Das Handwerk baut für die Messe gamescom kleine Erlebniswelten.

Es blinkt, daddelt und flimmert – auf der weltgrößten Messe für interaktive Unterhaltungselektronik werden auch in diesem Jahr wieder die neuesten Video- und Computerspiele präsentiert. Rund 500 Aussteller aus 40 Ländern zeigen ab 15. August auf der gamescom in Köln ihre aktuellen Entwicklungen.

Doch bevor bei den Gamern die Finger qualmen, sind die Handwerker gefragt. Sie erwecken mit Kreativität und Know-how virtuelle Videospielhelden zum Leben.

Die gamescom wird dieses Jahr nicht nur Highscores, sondern vielleicht auch Besucherrekorde knacken. Über 250.000 Besucher werden erwartet, die sich auf gigantische 140.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche freuen können. Neben dem Fachpublikum kann vom leidenschaftlichen Gamer bis zum neugierigen Einsteiger jeder ausprobieren, was die unendlichen Spielewelten zu bieten haben. Unverzichtbarer Partner dabei: das Handwerk. Damit die Besucher ungestört ihre Fingerakrobatik vor den Bildschirmen ausleben können, sorgen Schreiner, Maler, Elektroniker und viele weitere Handwerker für spektakuläre Messestände und ein fantasievolles Ambiente.

Das Handwerk liefert die richtige Kulisse

Ein Unternehmen, das von Anfang an dabei war und die Besucher immer wieder mit kreativen Ideen lockt, ist die Firma stagegroup aus dem bayerischen Zorneding. Egal, ob eine Dschungellandschaft oder eine Eishöhle dargestellt wird – die Tischler, Bühnenbildner, Elektroniker und viele weitere Handwerker des Unternehmens finden für jede Herausforderung eine kreative Lösung. Auch die ausgefallensten Kundenwünsche werden erfüllt: So wurde bereits ein ausrangierter Hubschrauber in die Kulisse eines Messestandes integriert. Doch neben Kreativität spielen auch behördliche Auflagen eine Rolle. „Gerade bei Messen haben wir sehr strenge Sicherheitsauflagen, da sich gigantische Menschenmassen in den Hallen befinden“, sagt Thomas Eisenberg. „Auch bei der gamescom müssen wir uns über Brandschutz, Statik und Fluchtwege Gedanken machen und gleichzeitig extravagante Kulissen liefern, die mit einem ‚normalen’ Messestand kaum noch etwas zu tun haben.“ Jedes Jahr fertigen die Mitarbeiter imposante Welten für Videospiele-Fans auf der gamescom – mit Bauten, die bis zu neun Meter hoch und mit mehreren Kilometern Kabeln vernetzt sind. Das Können der bayerischen Messebauer bleibt auch den Experten der Szene nicht verborgen: Im letzten Jahr konnten die Handwerker von stagegroup auf der gamescom einen Award für den besten Stand einsammeln. In diesem Jahr bauen die Handwerker neben zwei Spielständen auch drei Businesscenter, mit vollklimatisierten und schallgeschützten Räumen. „Langweilig wird unser Job nicht, denn jede neue Produktion hat ganz eigene Herausforderungen“, so Eisenberg. Um die Messebauten so umweltschonend wie möglich zu produzieren, verwendet das Unternehmen zertifiziertes Holz und kauft lokale Produkte, um unnötige Transportwege zu vermeiden.

Frauenpower auf der gamescom

Entgegen vieler Annahmen verirren sich nicht nur spielverrückte Jungs auf die gamescom. Längst lassen sich auch immer mehr Mädchen zwischen den flimmernden Monitoren sehen. Das weiß auch das Handwerkerinnenhaus, das bereits im vergangenen Jahr den Messestand des Jugendforums NRW unterstützte. Dort konnten Besucher sogenannte Avatare – Figuren bekannter Videospielhelden – bauen und ausstellen. Auch dieses Jahr zeigt das Handwerkerinnenhaus auf der gamescom Flagge. Ihr Stand präsentiert unter anderem bunt bemalte Leinwände, die fantasievolle Darstellungen aktueller Videospielcharaktere zeigen. Bei der Planung und Umsetzung des Standes legen zahlreiche Mädchen handwerkliches Geschick an den Tag. Sie fertigen technische Zeichnungen an, setzen sich mit der Stabilität des Standes auseinander und müssen den Stand anschließend selbst bauen. „In unserem Haus in Köln-Nippes möchten wir junge Mädchen und Frauen an das Handwerk heranführen, ihnen berufliche Perspektiven aufzeigen und mit der Vorstellung von klassischen Männer- oder Frauenberufen brechen“, sagt Claudia Heukamp. Die gelernte Malermeisterin leitet verschiedene Kurse im Handwerkerinnenhaus und lehrt junge Mädchen mit Materialien wie Holz, Glas oder Metall umzugehen und ihr Können selbstbewusst einzusetzen. „Neben der handwerklichen Tätigkeit haben die Mädchen bei dem Projekt für die gamescom auch Kundenkontakt – sie lernen, was es heißt einen Auftrag anzunehmen, zu planen und durchzuführen“, sagt Claudia Heukamp, die mit dem Projekt zeigt, dass Frauenpower, Handwerk und Videospiele eine unschlagbare Kombination sind. Denn wer levelt und lootet, kann auch lasern und löten. (www.handwerk.de)

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