Das Handwerk im humanitären Einsatz

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Die Hilfe des deutschen Handwerks kommt an: In Haiti wurde nach dem Erdbeben vor allem sauberes Trinkwasser benötigt. Die Hilfe läuft auch noch eineinhalb Jahre nach der Katastrophe weiter.

Am 19. August rufen die Vereinten Nationen zum dritten Mal den Welttag der Humanitären Hilfe aus. Millionen Menschen leiden unter den Folgen von Naturkatastrophen, Epidemien oder Kriegen. Humanitäre Hilfe wird weltweit von Menschen unterschiedlichster Herkunft und auf verschiedene Art geleistet.

Auch viele deutsche Handwerker engagieren sich mit großem Einsatz und helfen Menschen in Not.

Mit gezielter und nachhaltiger Hilfe leisten Handwerker einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Lebenssituation von Menschen, die Opfer von Naturkatastrophen oder Konflikten geworden sind. Sie leisten Überstunden, sammeln Spenden oder setzen ihre Erfahrung und ihr handwerkliches Geschick direkt vor Ort ein.

Wasseraufbereitungsanlage für das SOS-Kinderdorf Cap Haïtien

Gut eineinhalb Jahre ist es her, dass ein verheerendes Erdbeben Haiti traf, hunderttausende Todesopfer forderte und weite Teile der Infrastruktur des Entwicklungslandes zerstörte. Hilfe wurde dringend benötigt, vor allem sauberes Wasser war Mangelware. Die auf Wasseraufbereitung spezialisierte Firma Grünbeck aus Höchstädt verfügt über Know-how und Equipment, das in Katastrophengebieten dringend benötigt wird und unterstützt die Haitianer bis heute bei der Trinkwasserversorgung. „Die Mitarbeiter haben unsere Hilfe für Haiti wirklich toll auf die Beine gestellt“, berichtet Jörgen Hößler, Leiter der Geschäftseinheit Wasserversorgung. Der Handwerksbetrieb spendete eine mobile Wasseraufbereitungsanlage in Containerbauweise im Wert von 65.000 Euro, die pro Stunde etwa 900 Liter Oberflächen- oder Flusswasser zu Trinkwasser umwandelt. Elektrotechniker sowie Installateure des Betriebes montierten die Anlage in vielen Überstunden in Deutschland. „Einer unserer Techniker war dann vor Ort um die Anlage in Betrieb zu nehmen“, erzählt Hößler. Im Nordosten Haitis, nahe der Hafenstadt Cap Haïtien, versorgt die Anlage heute das größte SOS-Kinderdorf Mittelamerikas mit Trinkwasser. „Wichtig war für uns auch, die Mitarbeiter im SOS-Kinderdorf direkt für den Umgang mit der Anlage zu schulen, denn wir möchten den Menschen in Haiti möglichst lange helfen.“ Um dies sicherzustellen, sammelt der Handwerksbetrieb zusätzlich Spenden. „Bald schon wird eine zweite Wasseraufbereitungsanlage von uns auf dem Weg nach Haiti sein“, kündigt Hößler an.

Gezielt und nachhaltig: Hilfe zur Selbsthilfe in Sri Lanka

Auch im von der Tsunami-Katastrophe betroffenen Sri Lanka wird bis heute Wiederaufbauhilfe geleistet. Als Ende 2004 weite Küstenabschnitte Südostasiens verwüstet wurden, herrschte auch bei den 700 Mitarbeitern des niedersächsischen Gebäudereinigerbetriebs LR Facility Services große Bestürzung. „Wir haben uns sofort entschlossen zu helfen. Ursprünglich wollten wir nur ein Dorf im Süden Sri Lankas unterstützen“, erzählt Geschäftsführer Friedhelm Hinsenhofen.“ Aus der Nothilfe ist mittlerweile ein langfristiges Hilfsprojekt entstanden, von dem die ganze Region Tangalle im Süden des Inselstaates profitiert. „Insgesamt 400.000 Euro haben wir bislang in das Projekt gesteckt. Und jeder Euro kommt direkt vor Ort an, denn wir bezahlen sämtliche Verwaltungskosten aus eigener Tasche“, berichtet Hinsenhofen stolz. Jede Unterstützungsleistung stehe unter dem Anspruch, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. So wurden mit Frischwassertanks für fast 600 Dörfer sowie der Errichtung von sechs Kindergärten und einem Berufsbildungszentrum die Grundlagen für eine nachhaltige Entwicklung gelegt. Durch die Vergabe von zinslosen Kleinkrediten geben die Gebäudereiniger hunderten Menschen außerdem die Möglichkeit, eigenständige Existenzen zu gründen. Mit Beharrlichkeit und einer gesunden Mischung aus Pragmatismus und Idealismus hat der Handwerksbetrieb aus Barnstorf schon viel bewegt. „Wir haben ernorme Unterstützung durch unsere Mitarbeiter, aber auch von vielen Menschen außerhalb des Betriebes erfahren, die das Projekt mit Spenden unterstützen. Ohne ihre Großzügigkeit und Einsatzbereitschaft wäre das Projekt so nicht möglich gewesen“, sagt Hinsenhofen.

Angesichts der vielen Millionen Betroffenen von Naturkatastrophen und Konflikten ist der Einsatz humanitärer Helfer von enormer Bedeutung. Die Hilfreprojekte der Grünbeck Wasseraufbereitung GmbH und der Gebäudereinigungsfirma LR Facility Services sind dabei nur zwei Beispiel für das große Engagement des Handwerks in humanitären Notsituationen. Ungezählte Handwerker aus allen Gewerken leisten ihren Beitrag: Von der Bereitstellung und dem Aufbau notwendiger Infrastruktur, über ihren Einsatz bei Hilfsorganisationen wie THW oder Deutschem Roten Kreuz, bis hin zur Organisation eigener Hilfsprojekte bringen sie ihre Erfahrung ein, um Menschen bei der Bewältigung von existentiellen Notsituationen zu unterstützen. (www.handwerk.de)

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