Handwerk im Kreis steht auf solider Basis

Hersfeld-Rotenburg. Voller Selbstbewusstsein und Optimismus starten die Handwerksbetriebe im Kreis in das Jahr 2012.

„Aus wirtschaftlicher Sicht kann das Handwerk zufrieden auf 2011 zurückblicken“, sagte Kreishandwerksmeister Klaus Stöcker beim Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft in Bad Hersfeld. Hauptgeschäftsführer Dirk Bohn sprach angesichts überzeugender Zahlen vom Handwerk als „Wirtschaftsmacht von nebenan“.

Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft

Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft Hersfeld-Rotenburg

Bohn betonte, dass das Handwerk mit vereinten Kräften gegen den Nachwuchsmangel ankämpfe, erklärte aber auch, die Betriebe erwarteten „den Willen zur Leistung.“ Er wies darauf hin, dass es bei Arbeiten, die von Meisterbetrieben ausgeführt werden, erhebliche weniger Beanstandungen und Klagen geben als bei handwerksähnlichen, zulassungsfreien Gewerken.

In seiner gewohnt launigen Neujahrsansprache ließ dann Kreishandwerksmeister Stöcker das Jahr Revue passieren und fand dabei deutliche Worte. Er beklagte die Zunahme an Bürokratie, ebenso wie den Verlust der Bundeswehr - „ein Tiefschlag“ - und die Verlegung des Arbeitsgerichts und der Arbeitsagentur, sowie die Schließung des Amtsgerichts.

„Besonders schockiert bin ich, dass heimische Abgeordnete sogar für die Verlagerung dieser Gerichte gestimmt haben“, sagte Stöcker. Ihn wundere es, dass Bürger und Politiker dies doch recht kampflos hingenommen hätten, anstatt mehr Gegenwehr zu üben.

Lob fand Stöcker für die Konjunkturpakete und die vereinfachten Vergaberichtlinien. Diese hätten sich bewährt und sollten beibehalten werden. Kritik übte er indes am Auslaufen der Förderung für Wärmedämmungen.

Trotzdem habe das Handwerk zumindest in der ersten Jahreshälfte noch gut zu tun. „Wir stehen vielleicht nicht immer auf goldenem Boden aber in der Regel auf einer soliden Basis“, sagte Stöcker. (kai)

Hintergrund

Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg gibt es etwa 1250 Handwerksbetriebe mit 8500 Erwerbstätigen und 650 Auszubildenden. Die Betriebe erwirtschafteten 2011 einen Gesamtumsatz von rund 625 Millionen Euro. Diese Zahlen nannte der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Dirk Bohn. Trotz Nachwuchssorgen meldet das Handwerk einen zehnprozentigen Zuwachs bei den Ausbildungsverträgen. Außerdem konnten 19 Jungmeisterinnen und -meister ihren Meisterbrief entgegennehmen. Für sie gibt es gute Zukunftschancen, denn im Kammerbezirk stehen in den kommenden Jahren rund 3000 Betriebe altersbedingt zur Übernahme an. (kai)

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