Handwerk: Angst vor Einbrüchen nach dem Konjunkturprogramm-Boom

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Klaus Stöcker

Die Kreishandwerkerschaft hat Kritik an der oft vorschnellen Umsetzung des Konjunkturprogramms geübt. Es seien Straßen saniert worden, die es „vielleicht noch gar nicht nötig gehabt hätten.“

Zudem seien Projekte mit der „heißen Nadel“ gestrickt worden“, monierte Kreishandwerksmeister Klaus Stöcker beim Neujahrsempfang im Kreistagssitzungssaal. Mit Sorge blickte Stöcker auf die Schlaglöcher in den Straßen. Jetzt fehle das Geld für die Reparatur. Wegen der Konjunkturprogramme hätten Städte und Gemeinden Investitionen im Kanal- und Straßenbau vorgezogen. „Das Geld musste viel zu schnell investiert werden“, kritisierte Stöcker. Weil man nicht schnell genug wusste, wohin mit den Millionen, seien Projekte hektisch ausgeschrieben und zu überhöhten Preisen vergeben worden.

Betriebe, die innerhalb von Jahren Personal abgebaut hatten, konnten sich plötzlich vor Aufträgen nicht mehr retten. Nun sei er gespannt, wie die Baubranche die neue Lage verkrafte.

Das heimische Handwerk habe in den beiden vergangenen Jahren vom Auftragssegen durch die Konjunkturprogramme profitiert, erklärte hingegen Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt. Bis zum Auslaufen des Programmes in diesem Jahr werde der Landkreis 65 Millionen Euro investiert haben. Der Landrat unterstrich, dass 75 Prozent der Aufträge im Kreis geblieben seien.

Auch wenn in kürzester Zeit viel Geld ausgegeben werden musste, so habe es keine unsinnigen Projekte gegebenen, betonte der Landrat und machte klar, dass nicht alle Aufträge im Kreis hätten vergeben werden können, weil Firmen in Einzelfällen überhöhte Preisforderungen erhoben hätten. Schmidts Fazit: „Das Konjunkturprogramm hat dem Handwerk gut getan.“ (kh)

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