Handwerkliche Innovationen

Mit dem Handwerk zu Olympia-Gold

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Trainingsphase im Sommer: Auch ohne Schnee geben die deutschen Biatlethen alles - dank spezieller Roll-Ski.

Die deutschen Wintersportler kämpfen bei den Olympischen Spielen im russischen Sotschi um Medaillen. Die Chancen auf die Spitzenplätze stehen gut. Mit Hilfe handwerklicher Innovationen arbeiten die Athleten das ganze Jahr über hart daran, den olympischen Traum wahr werden zu lassen.

„Dabei sein ist alles“, mit dieser olympischen Maxime wollen sich die deutschen Wintersportler bei den Olympischen Spielen in Sotschi nicht zufrieden geben. Ziel ist es, an den Erfolg von 2010 in Vancouver anzuknüpfen. Dort triumphierte das deutsche Team mit zehn Gold-, 13 Silber- und sieben Bronzemedaillen auf Platz zwei im Medaillenspiegel, gleich hinter Gastgeber Kanada.

Vom Asphalt auf die Olympia-Piste

Damit der Traum von Gold auch in diesem Jahr wieder zahlreich wahr wird, trainieren Top-Athleten wie Biathlet Arnd Peiffer oder Langläuferin Denise Herrmann schon lange vor dem ersten Schneefall. Sogenannte Skiroller ermöglichen ihnen unabhängig von den Wetterbedingungen auch auf asphaltiertem Untergrund zu trainieren. Gefertigt werden die Straßen-Ski vom Handwerksbetrieb Barthelmes aus Zella-Mehlis im Thüringer Wald. Berühmt als Deutschlands einziger Stimmgabel-Hersteller, ist das Feinmechanik-Unternehmen mittlerweile auch im Wintersport tonangebend. 2005 wurde Geschäftsführer Arno Barthelmes von befreundeten Biathleten auf eine Marktlücke aufmerksam gemacht: „Damals fehlte ein Skiroller für die Straße, der die Spitzensportler wirklich überzeugen konnte“, so Barthelmes. In enger Zusammenarbeit mit den Athleten entwickelte der Feinmechaniker daraufhin ein neues Modell, den „Skiroller Barthelmes“ (SRB). „Unsere patentierte Zweischwingen-Technologie sowie die Gummierung der Rollen machen den 'SRB' fahrbar wie einen echten Ski“, erklärt Arno Barthelmes den Erfolg seines Trainingsgeräts, mit dem Athleten fast aller Wintersportnationen schon im Sommer für ihre großen Olympiaziele kämpfen.

Spurwechsel

Auch die Skispringer lassen sich bei ihren Olympiavorbereitungen nicht von den Schneeverhältnissen beeinflussen. Dank ALOSLIDE ICE, einem Anlaufspursystem aus Kunststoff und Keramik, finden sie zu jeder Jahreszeit ideale Sprungbedingungen vor. Im Sommer fließt Wasser auf die Anlaufspur und die Springer gleiten auf Noppen aus Hochleistungskeramik hinab. Im Winter erzeugt ein integriertes Kühlsystem mithilfe der Luftfeuchtigkeit eine zwei cm dicke Eisschicht in der Spur. Eine Allround- Technik, die auch auf den beiden Olympiaschanzen im Skisprungzentrum „RusSki Gorki“ zum Einsatz kommt. „Die Idee für die Technologie stammt von Joachim Winterlich, dem ehemaligen Trainer von Skisprung-Star Jens Weißflog“, erklärt Steffen Jarzombek, Geschäftsführer der Brandes Technik GmbH. Der Kunststoffverarbeitungsbetrieb aus Scharfenstein war an der Entwicklung von ALOSLIDE ICE beteiligt. „Zusammen mit dem Elektrobetrieb Frölich aus Sosa und der Klempnerei Polusik aus Aue haben wir Winterlichs Vision einer Kombi-Spur Schritt für Schritt konzipiert, gefertigt und vor Ort in Sotschi montiert.“ Unterstützt wurden die drei erzgebirgischen Unternehmen vom rheinländischen Keramik-Spezialisten CeramTec- Etec. „Mit unserem alternativen Anlaufspursystem haben wir bis heute nicht nur Sotschi ausgestattet“, berichtet Jarzombek stolz: „Auch in Klingenthal, Almaty und Oberstdorf gleiten die Skispringer bereits auf Keramik zum großen Sprung – und das zu jeder Jahreszeit.“ (www.handwerk.de)

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