Das Handwerk am Puls der Zeit

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Immer am Puls der Zeit: Präzision und moderne Technik werden auch bei der Uhrmachermeisterin Christine Genesis groß geschrieben.

In der Nacht vom 24. auf den 25. März ist es wieder soweit, die Uhren werden eine Stunde vor gestellt. Doch ohne das Handwerk würden die Uhren ab dieser Nacht nicht nur wieder anders ticken, sie würden vielmehr einfach still stehen.

Von filigranen, funkgesteuerten Armbanduhren bis zur größten Turmuhr der Welt sorgt das Handwerk mit Know-how und Expertise dafür, dass wir immer mit der Zeit gehen.

Spätestens zur Zeitumstellung wird Millionen Menschen wieder bewusst, wie Uhren in unzähligen Formen und Variationen unser tägliches Leben prägen. Egal, ob als stilvolles Accessoire am Handgelenk oder als fulminanter Blickfang an hohen Kirchtürmen – sie begleiten uns auf Schritt und Tritt. Uhrmacher, Elektroniker, Metallbauer und viele weitere Handwerker bauen diese Meisterwerke der Zeitmessung in ihren Werkstätten, verkaufen sie in ihren Geschäften oder montieren sie direkt vor Ort. Dabei verbinden sie modernste Technik mit Erfahrung und Expertise. Doch die Handwerker kümmern sich nicht nur darum, dass alle Zahnräder stets reibungslos ineinander greifen. Sie gestalten auch individuelle Designs für riesengroße oder winzig kleine Uhren. Mit viel Kreativität und höchster Präzision hat das Handwerk die Zeit voll im Griff – und zwar weltweit.

Handwerkliche Präzision für die größte Turmuhr der Welt

Selbst die Bezeichnung „riesig“ wäre für die Makkah-Clock im saudiarabischen Mekka noch ziemlich untertrieben. Immerhin handelt es sich um die größte Turmuhr der Welt. Gebaut wurde sie von deutschen Handwerkern – den Profis der Turmuhrenfabrik Perrot. „Der Bau dauerte fünf Jahre“, sagt Andreas Perrot, der den Betrieb gemeinsam mit seinen Brüdern Christoph und Johannes bereits in der fünften Generation leitet. Der Handwerksbetrieb aus Calw fertigt, mit Unterstützung eigener Werkstätten für Elektronik, Malerei und Schlosserei, fast alles in eigenständiger, handwerklicher Arbeit. „Wir sind sehr stolz, dass wir das gigantische Projekt in Saudi-Arabien mit unserer Expertise gemeistert haben.“ Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Makkah-Clock wurde in einer schwindelerregenden Höhe von 426 Metern Höhe installiert. Allein ihr Ziffernblatt hat einen Durchmesser von 43 Metern, während der Minutenzeiger mit stolzen sieben Tonnen so viel wie fünf PKW zusammen wiegt.

Riesig ist noch untertrieben: Die Makkah-Clock im saudiarabischen Mekka wurd von deutschen Handwerkern gebaut.

Die hochmoderne Funktechnologie der Uhr wird komplett aus Solarstrom gespeist und erhält die genaue Zeitangabe von einer Atomuhr in der Physikalisch- Technischen Bundesanstalt Braunschweig.

Gewaltig: Ein Zeiger der Makkah-Clock.

Superlative im Uhrenbau gibt es natürlich auch in Deutschland zu bestaunen. Zum Beispiel an der größten freistehenden Turmuhr Deutschlands in Wittenberge. In dem 50 Meter hohen Turm eines ehemaligen Nähmaschinenwerks wird dank Perrot das Uhrenwerk seit 1994 komplett über Funk gesteuert. Insgesamt installiert das Familienunternehmen jährlich rund 300 bis 400 Mal seine präzisen Funktechnologien in Turmuhren und anderen Anlagen. Damit können die Handwerker auch die Beleuchtung, die Heizung oder ein Glockenspiel fernsteuern. Und die Uhrzeit stellt sich praktischerweise dank modernster Funktechnik in den meisten Turmuhren automatisch auf die Sommerzeit um.

Zeitloses Uhrendesign aus hauchdünnen Einzelteilen

Präzision und moderne Technik werden auch bei der Uhrmachermeisterin Christine Genesis groß geschrieben. Statt mit tonnenschweren Uhrzeigern arbeitet sie jedoch oftmals mit millimeterkleinen Einzelteilen. Unter dem selbstgegründeten Label „Genesis“ fertigt die Hamburgerin hochwertige und filigrane Armbanduhren. Von der Idee über die detaillierte Konstruktionszeichnung bis hin zum finalen Zusammensetzen der einzelnen Bauteile stellt sie alles in eigener Handarbeit her. „Die reine handwerkliche Arbeit nimmt einige Tage in Anspruch. Bevor ein neues Modell für den Verkauf fertig ist, kann allerdings bis zu einem Jahr vergehen“, erklärt die 47- Jährige. Je nach Vielfalt der zusätzlichen Funktionen, können ihre wertvollen Armbanduhren aus bis zu 400 Einzelteilen bestehen. Diese sind oft so winzig, dass man sie ohne Lupe gar nicht erkennen kann. Die Spirale der sogenannten Unruh – dem Herz jeder mechanischen Uhr – ist beispielsweise drei- bis viermal dünner als ein menschliches Haar und wiegt gerade mal 0,002 Gramm. „Es gibt immer wieder viele neue Materialien und Möglichkeiten, um bestimmte Komponenten zu optimieren und neu zusammenzusetzen“, schwärmt die passionierte Uhrmacherin. So verbindet sie, wie auch viele weitere Handwerker, Hightech mit handwerklichem Geschick und ist immer am Puls der Zeit. (www.handwerk.de)

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