Das Handwerk schafft Zukunft

Das Handwerk schafft Zukunft

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Moderne Technik: Zum 52. Mal findet in Berlin die Internationale Funkausstellung statt.

Es ist wieder soweit: In Berlin öffnet die jährliche Internationale Funkausstellung (IFA) ihre Tore und präsentiert die neuesten Trends aus der Welt der Informations-, Unterhaltungs- und Gebrauchselektronik.

Zum 52. Mal können Fachpublikum und private Besucher innovative Technologien wie wasserdichte Tablet-PCs oder 3D-Technik für’s Heimkino bestaunen. Ohne das Handwerk wäre die Entwicklung dieser technischen Neuheiten nicht denkbar – ob Informations- oder Systemelektroniker, Mechatroniker oder Informationstechniker, sie alle lassen technische Visionen real werden.

Innovative Erfindungen, wie der Laptop oder das Mobiltelefon lassen sich nicht mehr aus dem Alltag wegdenken. Mehr als 75 Prozent der Deutschen nutzen regelmäßig das Internet. Fast 30 Millionen Menschen verlassen sich auf ihren PC am Arbeitsplatz. „Smarte Technik braucht smarte Handwerker! Egal, ob für moderne Audio- und Videotechnik, mobile Telekommunikation oder die Entwicklung intelligenter Haustechnik“, so Walter Tschischka, Präsident des Zentralverbands der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH). Maßgeblich beteiligt sind vor allem die über 460.000 Beschäftigten der EHandwerke: „Sie ermöglichen die Nutzung innovativer Produkte und Systeme und sind darüber hinaus verlässlicher Partner, wenn es darum geht, herauszufinden, ob zukunftsweisende Technologien am Markt ankommen.“

Auf der IFA darf der ZVEH daher nicht fehlen: In Zusammenarbeit mit weiteren Verbänden aus dem Bereich der Elektro- und Informationstechnik präsentiert er in diesem Jahr ein in Deutschland einzigartiges Projekt: Das E-Haus. Auf rund 100 Quadratmetern erleben die IFA-Besucher hautnah die Welt der vernetzten Gebäudetechnik. „Von der Ladestation für das EMobil in der Garage bis zur Regelung der energieeffizienten Heizsysteme oder der Sicherheitstechnik, die sich über das Smartphone steuern lässt – das Haus macht deutlich, was die E-Handwerke auf diesem Gebiet bereits heute leisten“, sagt Walter Tschischka. Um Zukunftstechnologien zu entwickeln, arbeitet das Handwerk eng mit Forschung und Wissenschaft zusammen.

Die Fassade als Bildschirm

Auch das Unternehmen Frerichs Glas tat sich mit verschiedenen Hochschulen zusammen. Das Ziel: Fassaden zu entwickeln, die als Kommunikationsflächen dienen. Das Ergebnis: Die ONLYGLASS MEDIAFACADE, bei der LED-Strings in die Scheiben einer Isolierglaseinheit integriert werden – als Display für Filme und digitale Bilder. Dadurch bleiben die Glasscheiben transparent. Die Gebäudefassade wird nicht durch einen aufgesetzten Screen verfremdet. „Die Fassade wird so – künftig auch als interaktives Display mit bester Bildqualität – zu einem modernen Marketing- Instrument für Werbespots“, sagt der Geschäftsführender Gesellschafter Reinhard Cordes. Gemeinsam mit einer norddeutschen Hochschule hat er eine Lösung für die komplexe Software-Steuerung gefunden. Sechs Jahre sind seit der Anfangsidee vergangen. Mittlerweile gibt es etwa 100 Anfragen für die innovative ONLYGLASS MEDIAFACADE, die wegen der internationalen Ausrichtung dieser Projekte in ein eigenes Unternehmen ausgegliedert wurde, die ONLYGLASS GmbH. Cordes ist überzeugt, dass bald die ersten Medienfassaden aus Verden realisiert werden – mithilfe von Handwerkern aus der Isolierglasfertigung, Elektronikern und erfahrenen Spezial-Monteuren.

Das Handwerk schafft Innovation

Eine ganz andere Entwicklung im Bereich der LED-Technik entwickelte Elektro-Meister Gerd Lenzen. Er machte sich über die nötige Kühlung der Lampen Gedanken und erfand einen speziellen Kühlkörper aus gewebtem Aluminium. Neben LEDs können mit dem kalten Leichtmetall auch Laptops, Smartphones, Elektro-Autos und andere technische Geräte gekühlt werden. Die Erfindung aus dem Hause Lenzen hat hierbei gleich mehrere Vorteile gegenüber konventionellen Fabrikaten: Der Kühler ist als eine Art gewebtes Netz hochflexibel und kann sich dadurch jeder Form anpassen. Und er liegt mit einem Gewicht von nur 8 Gramm weit unter dem Durchschnitt, denn normalerweise wiegt ein Kühlkörper um die 106 Gramm. Zudem kühlt Gerd Lenzens Erfindung deutlich schneller als herkömmliche Produkte. „Aktuell warte ich auf die Patentbestätigung“, so Lenzen. Sobald sie da ist, möchte er sich mit einer Hochschule zusammentun und die weiteren Schritte planen. Damit nicht genug: Gerd Lenzen arbeitet parallel an vielen anderen Ideen. „Ich experimentiere gerne und überlege mir, in welchen Bereichen Verbesserungen notwendig sind. Mit etwas handwerklichem Geschick und der nötigen Hartnäckigkeit lassen sich viele meiner Ideen auch in die Realität umsetzen.“ (www.handwerk.de)

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