Das Handwerk sorgt für Freizeitspaß

+
Freizeitparks sind beliebte Ausflugsziele: Die Achterbahn Colossos im Heide-Park ist eine handwerkliche Meisterleistung.

Der Hochsommer und die Ferien stehen vor der Tür. Und mit den Temperaturen steigt bei Millionen Deutschen auch die Vorfreude auf den nächsten Besuch im Freizeitpark. Nervenkitzel, Familienspaß und unver-gessliche Momente: Dafür arbeiten hinter den Kulissen der Freizeitparks unzählige Handwerker.

Dank ihrer Arbeit und ihren Meisterleistungen können große wie kleine Besucher das Erlebnis Freizeitpark genießen.

Bei sommerlichen Temperaturen und kurz vor den großen Ferien herrscht in den zahlreichen deutschen Freizeitparks zunehmend Hochbetrieb. Verantwortlich dafür, dass der Nervenkitzel und Erlebnishunger von Millionen Parkbesuchern gestillt werden können, sind auch unzählige Handwerker. Metallbauer etwa errichten spektakuläre Achterbahnen, Maßschneider fertigen Kostüme für Shows und Paraden, Fleischer und Bäcker liefern kulinarische Köstlichkeiten, Maler und Schreiner arbeiten an atemberaubenden Kulissen und Elektroniker sind Herr über die komplizierte Technik der Fahrgeschäfte.

Eine kolossale Meisterleistung

In fast 60 Metern Höhe nimmt der Zug langsam eine letzte Kurve, dann rasen die wagemutigen Fahrgäste mit 120 Stundenkilometern die hölzerne Abfahrt hinunter. Einige Adrenalinschübe und viele Kurven und Hügel später ist die furiose Fahrt zu Ende. Die Holzachterbahn Colossos im Heide-Park bei Soltau genießt unter Freizeitparkfans Kultstatus. Vor allem aber ist sie ein Meisterwerk der Handwerkskunst. Vor zehn Jahren fertigte und montierte die Rotenburger Zimmerei Holzbau Cordes das wahrlich kolossale Fahrgeschäft aus Kiefernholz. Ulf Cordes, Geschäftsführer des Familienunternehmens, ist noch immer stolz auf das Geleistete: „Die Ach-terbahn hat sehr viel Struktur und eine hohe Ästhetik. Sie selbst und nicht nur die Fahrt darauf ist eine Attraktion.“ 90.000 maßangefertigte Holzteile, 80.000 Kilogramm Schrauben und Muttern, 6000 Kilogramm Nägel: Colossos ist auch heute noch eine Achterbahn der Superlative und zudem extrem zuverlässig. „Das war schon eine Herausforderung“, gibt Cordes zu und hebt hervor, dass „an der Konstruktion bislang quasi nichts ausgetauscht werden musste.“

Jedes Fahrgeschäft ein echtes Unikat

 „Manchmal sieht es bei uns in der Fertigungshalle wie in einem Disneyfilm aus“, erzählt schmunzelnd Franz Lohmann, Geschäftsführer von Metallbau Emmeln aus Haren im Emsland. In dem Betrieb fertigen etwa 40 Feinwerkmechaniker und Elektroniker Schiffschaukeln, Karussells und Eisenbahnen. Auf den liebevoll gestalteten und dennoch technisch anspruchsvollen Fahrgeschäften geht es meist etwas gemächlicher zu. „Unsere Kunden sind vor allem Freizeitparks, die Familien ansprechen“, erläutert Lohmann und betont: „Jedes Fahrgeschäft bei uns ist ein Unikat und eine Maßanfertigung, denn jeder Park hat seine ganz eigene Ausrichtung. Ohne die Erfahrung und das handwerkliche Geschick meiner Mitarbeiter wäre das nicht möglich.“ Solche Meisterleistungen sprechen sich rum: Auch in Malaysia, den USA und den europäischen Nachbarstaaten vertrauen immer mehr Freizeitparks auf die Handwerkskünste der Emsländer.

„Ohne Handwerker geht im Europa-Park überhaupt nichts“

Im Europa-Park bei Rust koordiniert Horst Römer als Leiter des technischen Büros sämtliche Wartungs- und Reparaturarbeiten. „Von der Achterbahn bis zum Wasserhahn sind Handwerker für alles im Park verantwortlich“, berichtet er, „und Sicherheit spielt natürlich eine große Rolle.“ Alleine die Metallbauer verwenden jährlich 15.000 Stunden auf die War-tung der zehn Achterbahnen im Park und kontrollieren jeden Morgen vor der Parköffnung 3000 Räder, unzählige Ventile und Verbindungsgelenke. „Unsere Handwerker sind extrem flexibel und gewissenhaft“, betont Rö-mer. Insgesamt 133 Metallbauer, Schreiner, Maler, Siebdrucker, Elektrotechniker, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik und Maßschneider sind fest im größten Freizeitpark Deutschlands beschäftigt. Zusätzlich vergibt der Park jährlich Aufträge an externe Handwerksunternehmen aus der Region im Umfang von 130.000 Stunden. „Ohne Handwerker“, resümiert Römer, „geht im Europa-Park überhaupt nichts“. Dessen ist sich auch Roland Mack, geschäftsführender Gesell-schafter des Europa-Park, bewusst. Für die Einzigartigkeit des Europa-Park sei „große handwerkliche Kompetenz und insbesondere auch künstlerisches Handwerk absolut erforderlich“, erklärt Mack und ergänzt: „Das Handwerk im Europa-Park ist seit jeher eine tragende und unverzichtbare Säule unseres Erfolgs.“

Ob nervenaufreibende Achterbahnfahrten, aufwendige Shows oder gemütlicher Familienspaß – erst die meisterlich kreative und gewissenhafte Arbeit der Handwerker vor und hinter den Kulissen der Freizeitparks machen deren Besuch zu einem Höhepunkt des Sommers. (www.handwerk.de)

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.