Mit dem Handwerk alt werden

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Zahntechniker: Eine Branche, die überwiegend Produkte für ältere Kunden anfertigt.

Am 1. Oktober macht der Internationale Tag der älteren Menschen auf die Herausforderungen und Chancen unserer zunehmend alternden Gesellschaft aufmerksam. Neben volkswirtschaftlichen Weichenstellungen erfordert der demographische Wandel auch Antworten auf die alltägliche Lebensführung von Senioren.

Auf diesem Handlungsfeld kommt dem Handwerk eine Schlüsselrolle zu. Mit innovativen Ideen und individuellen Lösungen ermöglichen es Handwerker – vom Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik über den Elektroniker bis hin zum Zahntechniker – älteren Menschen, länger ein eigenständiges Leben zu führen.

Der demographische Wandel zählt zweifelsohne zu den zentralen gesellschaftspolitischen Themen unserer Zeit. Politik, Gesellschaft und Wirtschaft sind gleichermaßen gefordert, den damit verbundenen Veränderungen zu begegnen. Auch das Handwerk nimmt dabei seine Verantwortung wahr. So helfen etwa Zahntechniker, Hörgeräteakustiker und Orthopädiemechaniker mit modernsten Hilfsmitteln, körperliche Beeinträchtigungen zu überwinden. Hinzu kommen Tischler, Zimmerer, Fliesenleger sowie Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, die ihre Expertise bei der baulichen Anpassung des Wohnraums einbringen – etwa beim Entfernen von Stufen oder dem Einbau einer ebenerdigen Dusche. Nicht zuletzt gehen Elektroniker mit komplexen Steuerungssystemen für den Haushalt, auf die ganz individuellen Bedürfnisse und Möglichkeiten der zunehmenden Zahl älterer Menschen ein.

Individuelle Leitlinien bieten räumliche Orientierung

Einer von zahlreichen Handwerkern, die die Zeichen der Zeit schon früh erkannt haben, ist Klaus Gerling. Der Raumausstattermeister aus Heidelberg zählt in seinem Gewerk zu den Pionieren auf dem Gebiet des altersgerechten Wohnens. Seit Bestehen des Betriebes zählt dieser vor allem ältere Menschen zu seinem Kundenstamm. „Bereits in den 80iger Jahren habe ich mich auf die besonderen Bedürfnisse von Senioren ausgerichtet“, erzählt Gerling. Später erweiterte er seine Fachkenntnisse im Rahmen eines Weiterbildungsprogramms der Handwerkskammer Mannheim- Rhein-Neckar-Odenwald, 2005 erhielt Gerlings Handwerksbetrieb dann ein Zertifikat für bequemes, barrierefreies, altersgerechtes und individuelles Wohnen und Leben. „Wir verlegen rutschfeste Bodenbelege, die ein sicheres Gehen ermöglichen, speziell in Nassräumen, Küchen und auf Treppen. Liegt eine eingeschränkte Sehtüchtigkeit vor, arbeiten wir mit Leitlinien, durch die etwa Türrahmen leichter zu erkennen sind“, erläutert

Gerling. Bei aller Zweckorientierung verliert der Raumausstattermeister aber auch eine ansprechende Optik nicht aus den Augen. „Um eine heitere Atmosphäre zu schaffen, passen wir oftmals sogar ganze Wohnräume farblich an“, so Gerling weiter. Aus seiner Sicht ist es vor allem eine lösungsorientierte Arbeitsweise, die das Handwerk zu einem starken Partner macht, wenn es um die altersgerechte Nutzung von Wohnraum geht. „Wir arbeiten sehr dicht am Kunden, kennen die Produkte und Verfahren und sind dadurch in der Lage, individuell zugeschnittene Umbauten vornehmen können“, ergänzt Gerling.

Komplexe Steuerungssysteme erleichtern den Alltag

Ein hohes Maß an Flexibilität bieten auch die Elektroniker vom Elektrohaus Bernhard Günther aus Köln. Gemeinsam mit Handwerksbetrieben aus anderen Gewerken bieten sie alle Leistungen rund um den so genannten Komfortbau aus einer Hand an. Zu den Spezialgebieten des Meisterbetriebes zählt die technische Anpassung des persönlichen Wohnumfelds. “Im Wesentlichen funktionieren wir bereits vorhandenen Wohnraum so um, dass er gänzlich barrierefrei oder zumindest barrierearm wird“, erklärt Inhaber Heribert Günther. Ihre Fertigkeiten bringen die Elektronik- Spezialisten vor allem bei der Planung, Installation und Programmierung von komplexen Steuerungsanlagen ein. Ganz nach den Wünschen und Möglichkeiten der Kunden lassen sich so alltägliche Handgriffe automatisch oder ferngesteuert regeln. „Wir kümmern uns beispielsweise um die Gebäudetechnik, mit der sich das Hoch- und Runterfahren von Rollläden sowie das Ein- und Ausschalten von Licht zentral steuern lässt“, erläutert Günther. Zudem erleichtern sie älteren Menschen mit automatischen Türöffnern sowie Videoanlagen die Kommunikation. „Die Funktionsweise von seniorengerechter Technik ist sehr kompliziert, vereinfacht jedoch die Bedienung für körperlich oder geistig eingeschränkte Menschen enorm. Damit verlängern wir die Eigenständigkeit der Menschen, so dass sie bis ins hohe Alter in ihrem gewohnten Umfeld leben können“, resümiert Heribert Günther.

Diese Betriebe sind beispielhaft für die vielfältigen Leistungen, die das gesamte Handwerk in Anbetracht einer zunehmend älter werdenden Gesellschaft erbringt. So tragen die einzelnen Gewerke mit ihrem Fachwissen und einer hohen Serviceorientierung dazu bei, dass Menschen bis ins hohe Alter hinein eine größtmögliche Unabhängigkeit sowie den gewünschten Komfort genießen können. (www.handwerk.de)

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