Handwerk zeichnet Absolventinnen aus

Zwei Absolventinnen der Uni Kassel sind von der Handwerkskammer Kassel mit dem „Wissenschaftspreis des Handwerks“ ausgezeichnet worden.

Sibel Gündüz

Der mit 3000 Euro dotierte erste Preis geht an die Kasseler Wirtschaftspädagogin Sibel Gündüz für ihre Diplomarbeit „Strukturale Probleme der dualen Berufsausbildung im Handwerk“. Einen Sonderpreis, der mit 2000 Euro Preisgeld verbunden ist, erhält die Soziologin Daniela Wiemers für ihre Bachelorarbeit „Arbeitserfahrungen und Mobilitätserwartungen von Facharbeitern im Handwerk“.

Daniela Wiemers

Der Preis, der zum zwölften Mal unter Absolventen der Unis Marburg und Kassel sowie der Fuldaer Hochschule ausgeschrieben war, solle Sorge dafür tragen, dass der Wirtschaftszweig Handwerk auch in der Wissenschaft einen größeren Stellenwert bekommt, sagte Kammerpräsident Heinrich Gringel. Alle acht in diesem Jahr eingereichten Arbeiten bestätigten diese Idee.

Thema Ausbildungsabbruch

Die 27-jährige Sibel Gündüz beschäftigt sich in ihrer Abschlussarbeit mit dem Strukturwandel des Handwerks in den vergangenen Jahren, heißt es in der Pressemitteilung der Handwerkskammer. Unter anderem gebe es zunehmend Probleme, geeignete Bewerber für die duale Ausbildung zu finden. Die hohe Zahl von Ausbildungsabbrüchen verschärfe das Problem. Daher untersucht die Kasselerin die Gründe für solche Abbrüche, sowohl aus Perspektive der Betriebe als auch der Azubis. Auch gesellschaftliche und berufspädagogische Ursachen werden erörtert, um daraus Empfehlungen für die Praxis zu entwickeln, wie Probleme bei der Ausbildung im Handwerk vermieden werden können.

Handwerkliches Berufsethos

Daniela Wiemers setzt sich aus Sicht der Soziologie mit dem Strukturwandel im Handwerk auseinander. Ausgehend von Forschungsergebnissen, die belegen, dass über die Hälfte der fertig Ausgebildeten das Handwerk innerhalb der ersten Jahre nach der Gesellenprüfung verlässt, geht die 36-Jährige aus Kassel dem Motiv für diese Entwicklung nach. Als wichtigen Grund, seinen erlernten Beruf auch weiterhin gern auszuüben, filtert sie das handwerkliche Berufsethos heraus. Allerdings sinke die Identifikation der Handwerker mit ihrem Handwerk. Um wirksame Gegenmaßnahmen zu ergreifen, sei weitere soziologische Forschung angebracht. (rud)

Rubriklistenbild: © nh

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