Das Handwerk zeigt sich authentisch

Mit Dialekt und weiteren authentischen Details wirbt ein Video auf dem gemeinsamen Handwerksportal der HNA und der Werra-Rundschau für einzelne regionale Handwerkbetriebe. Kein Schauspieler mimt das Bild eines Handwerkers, der Handwerker stellt sich selbst dar.

Vier Wochen lang konnten die Nutzer des HNA-Handwerksportals www.hna.de/handwerk über die Videos einer Region abstimmen. Im Werra-Meißner-Kreis steht der Gewinner fest: Peter Oesterheld mit seinem Dachdeckerbetrieb in Witzenhausen.

Die Handwerksbetriebe der Region haben ihr staubiges Image abgeklopft. Sie denken multimedial und präsentieren sich online in Videofilmen. 400 Videos weisen auf die Handwerksbetriebe in Nordhessen hin, dabei steht auch der Werra-Meißner-Kreis nicht nach. 45 Sekunden dauert ein Werbespot im Schnitt und bietet einen Querschnitt eines jeden Betriebs.

Handwerksvideo des Jahres - die Gewinner

Handwerksvideos des Jahres - die Gewinner

Für ein authentisches Image stellen sich Handwerker vor die Kamera: Oesterheld kostete es Überwindung, sich erst einmal vor die Kamera zu stellen, seine Vorstellungen gingen mit dem Videofilmer Martin Schülbe weit auseinander. Wenn er sich jetzt das Video ansieht, weiß er, dass Schülbe alles richtig gemacht und die Bedeutsamkeit des beinah vierzig Jahre alten Betriebs eingefangen hat. „Mit so etwas macht man heutzutage auf sich aufmerksam“, sagt Oesterheld. „Auch die Kunden, die den Clip sehen, mögen das Ergebnis.“

Lieber Dachdecker als Schauspieler

Für nicht einmal zwei Stunden war Oesterheld Schauspieler und am Ende froh, wieder einen Hammer in der Hand zu halten. Nie wollte er etwas anderes sein als Dachdecker, weshalb er mit 24 Jahren seinen Meisterbrief, als damals jüngster Dachdeckermeister, in der Hand hielt. Wie die anderen Handwerker in der Region ging er den Schritt, sich mit einem Video auf eine neue Weise darzustellen. Und als Gewinner hat er einen HNA-Werbegutschein in Höhe von 500 Euro bekommen.

Wie würde eine Welt ohne Handwerker aussehen? Die Handwerkskammer sagt klar: Steinzeitlich. Die Handwerker wollen sich bundesweit neu positionieren, die Vielfältigkeit des Handwerks bekannter machen und vor allem die Jugendlichen für die Individualität der Produkte und Dienstleistung zu begeistern. Vor einem Jahr wurde deshalb eine Imagekampagne ins Leben gerufen. Kreishandwerksmeister Klaus Funke weiß, wie es um den schlechten Ruf des Handwerks bestellt ist. „In den Medien hört man nur selten etwas über tolle handwerkliche Leistungen, eher über den Pfusch am Bau oder dass man sich auf Handwerker nicht verlassen kann und die viel zu teuer sind“, stellt Funke klar. „Jugendliche erlernen einen Handwerksberuf nur noch als allerletzte Möglichkeit.“ Das soll sich ändern.

Innerhalb von fünf Jahren soll sich das Image des Handwerkers verbessern. Dieser Kampagne hat sich die HNA angeschlossen. Im Onlineportal www.HNA.de/handwerk stehen mehr als 400 Videos. „Das Image muss gestärkt werden, damit die offenen Ausbildungsplätze im Handwerk besetzt werden“, erklärt Marco Gießler, HNA-Anzeigenverkaufsleiter. Finden können Nutzer die einzelnen Videos ganz leicht, denn diese sind in einer Navigation nach den Regionen und gleichzeitig nach den Gewerken geordnet.

Wer wissen will, wo er den Profi fürs Dach oder für Elektroleitungen im Haus findet, der musste früher mühselig im Telefonbuch suchen. Jetzt geht man mit der Zeit: Jeder kann sich jetzt über die regionalen Handwerker im Internet informieren und Jugendliche über die 151 möglichen Ausbildungsberufe im Handwerk.

Von Christiane Geier

Rubriklistenbild: © Geier

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