Gute Aussichten: Volle Auftragsbücher

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Nachwuchs gesucht: Anlagenmechaniker bauen heute nicht mehr nur einfache Heizkessel ein, sondern kümmern sich zum Beispiel auch um die elektronisch kontrollierte Be- und Entlüftung.

„Es gibt viel zu tun, die Auftragsbücher sind voll“. So beschreibt der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen, Andreas Gliem, die Lage des Handwerks im Kreis Göttingen.

Das Handwerk ist ein wichtiger Wirtschaftszweig in der Region. 800 Betriebe in den 24 Innungen beschäftigen - so die Schätzung - etwa 4000 Mitarbeiter.

Gliems positive Einschätzung deckt sich mit dem Konjunkturbericht der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen für die ersten drei Monaten des Jahres 2012. Die Experten befragten Betriebe nach ihren Geschäftsaussichten und erhielten diese Antwort: 35 Prozent der Firmen bezeichnen ihre Perspektiven als gut, 52 Prozent als befriedigend und 13 Prozent als ungünstig.

Alle Branchen in der Region gingen von einer weiteren Verbesserung aus.

Energetische Sanierung

So profitierten beispielsweise Bauunternehmen von der „Flucht ins Betongold“ und vom Trend, Häuser so zu renovieren, dass weniger Energie verbraucht wird. Hinzu komme ein großer Investitionsstau der öffentlichen Infrastruktur, berichtet die Sprecherin der Handwerkskammer, Julia Danne. Bei diesem Thema gießt Geschäftsführer Gliem Wasser in den Wein. Betriebe in Südniedersachsen hätten nach wie vor das Problem, dass sie manchmal bei öffentlichen Ausschreibungen den Kürzeren zögen. Grund: Handwerksfirmen aus den neuen Bundesländern bekämen den Zuschlag, weil sie nicht tarifgebunden sind und daher ein günstigeres Gebot abgeben können.

Die Beschäftigung, so Pressesprecherin Danne, sei im ersten Quartal nahezu stabil geblieben; nur vereinzelt seien Arbeitsplätze abgebaut worden.

Die Nachfrage nach ausgebildeten Handwerkern sowie Lehrlingen sei ungebrochen, ergänzt der Handwerkerschaft-Geschäftsführer.

Lehrlinge gesucht

Gesucht würden im Landkreis Göttingen vor allem Auszubildende für die Berufe Bäcker, Metzger, Fachverkäufer in Bäckereien und Metzgereien sowie Anlagenmechaniker - das sind künftige Fachkräfte für Sanitär, Klima- und Heizungstechnik.

Gliem appelliert an die Handwerksmeister, an den demografischen Wandel zu denken und Fachkräfte heranzubilden. Wer damit zu lange warte, könne in einigen Jahren in große Schwierigkeiten geraten.

Bei der Zusammenarbeit der Unternehmer mit den Banken und Sparkassen in der Region seien ihm keine nennenswerten Probleme bekannt, so Gliem. Sparkassen und genossenschaftliche Banken seien bei Kreditvergaben verlässliche Partner der Handwerksbetriebe. (kri)

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