Harter Weg zum Fleischer

+
Mit Feuereifer dabei: Lehrling Patrick Haase (vorne) bekommt während seiner Ausbildung viel Unterstützung von seinem Chef Christian Jäger.

„Wir bleiben am Ball, damit Patrick seine Ausbildung erfolgreich abschließen kann.“ Fleischermeister Christian Jäger lächelt seinem Azubi aufmunternd zu. Eine bestandene Gesellenprüfung ist bei weitem nicht selbstverständlich.

In manchen Berufen brechen laut Wolfgang Scholz von der Kreishanderwerkschaft zehn Prozent aller Lehrlinge ihre Ausbildung aus Überforderung ab.

Patrick Haase aus Wernswig beweist, dass es auch anders geht. Der 18-Jährige lernt seit 2009 bei der Fleischerei Jäger in Homberg und wusste schon früh: „Fleischer ist mein Traumberuf.“

Zielstrebig arbeitet Haase auf sein Ziel hin. Bereits während der Schule absolvierte er einmal pro Woche einen Praktikumstag in der Fleischerei. Damit hat er nach Ansicht von Christian Jäger alles richtig gemacht. „Mir ist es sehr wichtig, künftige Azubis vorher kennen zu lernen“, betont der Fleischermeister. „Die Persönlichkeit zählt.“

Besseres Bild

Der Schüler könne sich außerdem während eines Praktikums ein besseres Bild vom Beruf machen und überlegen, ob das wirklich das Richtige ist. Jäger, der derzeit drei junge Leute ausbildet, spricht aus Erfahrung: „Eine dreijährige Lehre kann sonst für beide Seiten sehr lang werden.“

Der Weg in die Ausbildung war für Patrick Haase dennoch nicht leicht. Sein Abschluss an der Förderschule, der Homberger Elsa-Brändström-Schule, reicht eigentlich nicht für eine Fleischerlehre. Aber seine Praktika haben sich ausgezahlt.

Christian Jäger hat ihn nach Absprache mit der Berufsschule eingestellt. „Weil er ein prima Junge ist“, sagt der Meister entschlossen. „Er macht seine Sache sehr gut und hat deshalb eine Chance verdient.“ Ein guter Azubi muss laut Jäger neben großem Interesse am Beruf auch viel Eigeninitiative mitbringen und nach ausführlicher Anleitung auch selbstständig arbeiten können. Das tut Patrick Haase: Er hat gerade seine Zwischenprüfung bestanden und unter Aufsicht bereits sein erstes Schwein geschlachtet. „Dazu musste ich mich ganz schön überwinden“, gibt der Lehrling offen zu.

Arbeit macht Spaß

Der 18-Jährige aber brennt für seinen Beruf, auch wenn er morgens sehr früh raus und schon um 5 Uhr anfangen muss. „Mir macht die Arbeit Spaß“, sagt er selbstbewusst. „Ich mag sogar das Saubermachen, das gehört eben dazu.“

Hilfe bei Schulproblemen

Probleme jedoch bereitet ihm die Theorie. Daher bekommt er mittwochs nach Feierabend Nachhilfe. Gemeinsam mit seiner Lehrerin arbeitet er die jeweils neuen Inhalte auf, um nicht in Rückstand zu geraten.

Mit Erfolg: Im theoretischen Teil der Zwischenprüfung kam Patrick Haase gut zurecht. Der Chef ist stolz auf die Leistung seines Schützlings. Er weist darauf hin, dass die schulischen Inhalte der Ausbildung nicht zu unterschätzen seien. Ein Fleischer müsse schließlich nicht nur Würste herstellen können, es sei auch wichtig zu verstehen, welche Reifeprozesse dabei ablaufen.

Fachliche Probleme seien aber nicht der einzige Grund, die Ausbildung abzubrechen. „Das hat oft auch persönliche Gründe“, so Jäger. Um so wichtiger sei es, dass Auszubildende voll ins Team integriert und in jeder Hinsicht unterstützt würden. (Friederike Szamborzki)

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.