Tag der Erfinder

Wer hat’s erfunden? – Das Handwerk entwickelt nachhaltige Produkte

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Am 9. November ist Tag der Erfinder: Rudolph Meyer ist ein Handwerker, der mit seiner Firma eine innovative Idee zur Marktreife gebracht hat.

Am Tag der Erfinder am 9. November wird an die Lebenswerke zeitgenössischer sowie historischer Pioniere erinnert – unter ihnen viele Handwerker.

Denn in Sachen Innovationskraft ist das Handwerk ein echter Vorreiter und sorgt mit seinen Erfindungen dafür, dass unser Alltag angenehmer wird – und häufig auch ressourcenschonender.

Die Gegensprechanlage, erfunden 1854 durch einen Feinwerkmechaniker, die Thermoskanne, erfunden 1903 von einem Glaser, der Leitungsschutzschalter, erfunden 1924 von einem Elektrotechniker – und der Erfindergeist des Handwerks ist weiterhin ungebrochen. Gemäß einer Studie der Prognos AG wurden allein in den Jahren 2003 bis 2006 rund 500.000 Innovationen von Handwerksbetrieben auf den Weg gebracht. Nimmt man diesen Maßstab als Grundlage, können wir uns in den kommenden 20 Jahren auf über 3 Millionen Neuerungen aus dem Handwerk freuen. Viele der handwerklichen Innovationen stehen dabei besonders im Zeichen des Umweltschutzes. Vor allem die Wiederverwertung wertvoller Ressourcen ist den handwerklichen Erfindern von heute ein besonderes Anliegen.

Begehbares Altglas

Scherben bringen bekanntlich Glück. Für Rudolph Meyer, Geschäftsführer der Glamento GmbH, hat dieses Sprichwort eine ganz eigene Bedeutung, denn der Handwerker aus dem westfälischen Werther baut darauf seine berufliche Existenz: Seine Firma hat sich auf die Herstellung von Bodenbelägen aus Recyclingglas spezialisiert. „Das Besondere an diesem Material ist seine hohe Belastbarkeit – selbst Gabelstapler können ihm nichts anhaben“, sagt Meyer. Für die Altglasböden werden Glasabfälle wie alte Fenster- und Autoscheiben gereinigt, in einer eigens entwickelten High- Tech-Anlage zu Granulat verarbeitet und mit einem Bindemittel vermengt. Heraus kommt ein Gemisch, das an Estrich erinnert und in 24 Stunden aushärtet. „Wir verlegen bis zu zehntausend Quadratmeter täglich – überwiegend für Industriekunden, aber auch in Krankenhäusern, Werkstätten und Privathaushalten“, erzählt der Geschäftsführer. Die Methode ist besonders ressourcenschonend: Rund 99 Prozent des verarbeiteten Glases kommen aus Recyclingbeständen. „Wir benutzen überwiegend Weißglas, können aber auch farbiges Glas einsetzen und Spiegelelemente hinzugeben – so bekommt jeder Kunde ein Unikat.“

Die Tageszeitung als Dämmstoff

Für Georg Raida ist eine Tageszeitung mehr als ein Informationsmedium. Sie ist auch der Werkstoff, mit dem sein Unternehmen, die Raida Dämmtechnik GmbH Dächer und Gebäude isoliert. „Aus einem kurzlebigen Produkt stellen wir etwas her, was bis zu 90 Jahre Bestand hat – das nenne ich Nachhaltigkeit“, sagt der Geschäftsführer aus Monschau in der Eifel. Den Altpapierflocken werden verschiedene Salze hinzugefügt – das dient dem Brandschutz und beugt zugleich Schimmel- und Insektenbefall vor. Durch einen Schlauch wird das trockene Zellulose-Gemisch dann in Wand, Fußboden oder Dach gepumpt. Das Material kann rund 20 Prozent mehr Feuchtigkeit aufnehmen als herkömmliche Dämmstoffe – und es trocknet von allein. „Wenn das Gebäude abgerissen oder umgebaut werden muss, können wir das Dämm-Material herauspumpen und anschließend wiederverwenden“, sagt der Unternehmer. Damit holen Raida und seine sechs Mitarbeiter aus einer herkömmlichen Tageszeitung wohl das Maximum an Effektivität heraus.

Abwasser – aber bitte sauber

Alex Leibleins Element ist das Wasser. Das gilt nicht nur für H2O in seiner klaren und reinen Form, sondern insbesondere für Abwässer jeglicher Art. Die Leiblein GmbH aus Hardheim hat sich auf die Reinigung sowie Aufbereitung von Wasser spezialisiert – und setzt sich dabei in zweierlei Hinsicht für die Umwelt ein. „Dank der Schwerkraft sowie einem natürlichen Gefälle verläuft der Klärungsprozess in der Regel ohne Zufuhr von Energie“, erklärt der Geschäftsführer und gelernte Schlosser Leiblein. Verunreinigtes Wasser – welches etwa auf Baustellen oder in Firmen anfällt – kann durch die eigens hergestellten Klärungsanlagen von jeglichem Schmutz, Lehm, Öl oder Zement befreit werden. Das durch Sedimentation gereinigte – saubere – Wasser wird dann in den Wasserkreislauf zurückgeführt und kann für unterschiedliche Zwecke wiederverwendet werden. „Jedermann sollte sorgsam mit dem Rohstoff Wasser umgehen, da es eines der kostbarsten Lebensmittel ist. Wir „recyceln“ dieses wertvolle Gut – aus Umweltschutz-, aber auch aus Kostengründen.“ (www.handwerk.de)

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