Hightech Spezialisten

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Das Handwerk benötigt dringend Nachwuchs: Christian Vogeler und Julian Cassel machen ihre Ausbildung als Anlagenmechaniker im Betrieb der Firma Larbig in Eschwege und schätzen vor allem die Vielseitigkeit.

Unser Beruf ist sehr vielseitig, kein Tag ist wie der andere, keine Baustelle wie die nächste“, erklärt Bernd Schrader, Obermeister der Sanitär und Heizungstechnik Innung des Werra-Meißner-Kreises.

Haustechnik ist in den vergangenen Jahrzehnten viel komplexer geworden, die Technik ändert sich ständig. „Waren früher Öl und Gas Standard bei der Heiztechnik ist es heute die Wärme aus der Umwelt wie Pellets, Solar oder Holz, die unseren Alltag bestimmen“, fügt Bernd Schrader an. Die Arbeit sei viel anspruchsvoller als noch vor ein paar Jahren.

Spezialisierung notwendig

„Dafür benötigen wir viele junge Leute, die Lust haben, sich in diesem Bereich zu spezialisieren“, so der Innungsobermeister. Dreieinhalb Jahre dauert die Ausbildung zum Anlagenmechaniker, bei der man sich auf Wärme oder Wasser spezialisieren kann. „Vor 2003 waren dies zwei unterschiedliche Berufe, jetzt wählt man nur einen Bereich, der einem am besten liegt.“ Neben der Ausbildung im Meisterbetrieb gehört auch die Berufsschule und die überbetriebliche Ausbildung zur Lehre dazu. Fünf Mal müssen die Lehrlinge zur überbetrieblichen Ausbildung nach Bad Hersfeld, um an Fällen zu lernen, die im Alltag nicht so häufig vorkommen. „Außerdem werden sie dort auch zur Elektrofachkraft ausgebildet, denn Elektrowissen gehört heute auch zu unserem Job dazu“, erklärt Schrader weiter. Um eine Ausbildung als Anlagenmechaniker zu machen, sollte man auf jeden Fall handwerkliches Geschick, Interesse am Beruf, Fingerspitzengefühl und kundenorientiertes Arbeiten mitbringen.

Voraussetzungen

Ein guter Hauptschulabschluss reicht aus, dabei sind vor allem Verständnis in Mathe, Physik und auch Deutsch wichtig. Zuvor sollte man ein Praktikum absolvieren, um zu sehen, ob die Arbeit auch so ist, wie man sich es vorstellt. Nach der dreieinhalbjährigen Ausbildung stehen einem viele Wege offen, man kann seinen Meister machen, in der Industrie arbeiten, sich selbstständig machen oder sogar studieren. Auch die Verdienstmöglichkeiten sind sehr gut. „Mir macht der Beruf sehr viel Spaß, weil es viele abwechslungsreiche Tätigkeiten sind und man viel Kundenkontakt hat“, erklärt Christian Vogeler, der im vierten Ausbildungsjahr bei der Firma Larbig in Eschwege ist. „Uns ist es sehr wichtig, dass wir den Jugendlichen eine Chance geben, deshalb nehmen wir so gut wie in jedem Jahr einen Auszubildenden“, erklärt Chef Erich Larbig.

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Aktuell haben 15 neue Jugendliche die Ausbildung als Anlagenmechaniker begonnen.

„Wir benötigen dringend Nachwuchs und jeder Betrieb sollte sich seinen eigenen ausbilden, wir werben dafür in Schulen und sind zum Beispiel auch wieder bei der Ausbildungsmesse an den Beruflichen Schulen dabei“, erklärt Bernd Schrader. „Gerne würden wir auch Asylanten ausbilden, dabei gibt es aber aktuell noch Probleme mit der Ausländerbehörde, wir hoffen, dass sich das in den kommenden Jahren vereinfacht“, fügt er an. Einige Ausbildungsplätze sind noch offen, interessierte Jugendliche können sich über die Handwerkskammer melden.

(sb)

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