Holz für Meistermacher

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Arbeiten am Holzwerk für eine Dachgaube: Die Auszubildenden (von links) Lars Dippel, Jan Eric Krauskopf, Jonas Langhuth, Zimmermeister und Ausbilder Otto Blumenstein und Auszubildender Hendrik Schlechter.

Erst das Dach macht ein Haus zum sicheren Heim. Damit die Zimmerer, die mit Konstruktion und Bau des Dachstuhls die Grundlage für die Arbeit der Dachdecker schaffen, stets auf dem neuesten Stand ihres Handwerks arbeiten, gibt es das Bundesbildungszentrum des Zimmerer- und Ausbaugewerbes.

Es hat seinen Sitz an der Werner-Heisenberg-Straße 4 im Industriepark Kassel. „Unser heutiger Wissensvorsprung wird langfristig zum Wettbewerbsvorteil unserer Kursteilnehmer“, sagt Diplom-Ingenieur Helmhard Neuenhagen, Geschäftsführer des Bildungszentrums, das von der Bundesfachschule und dem hessischen Berufsförderungswerk des Zimmerhandwerks getragen wird.

Seit 1954 wurden in Kassel über 3000 Zimmerer auf die Meisterprüfung vorbereitet. Heute geht es nicht nur um den Dachstuhl, sondern auch um Innenausbau und Baumanagement. Den bis zu 150 Kursteilnehmern, die täglich im Haus sind, stehen fünf Werkhallen - darunter eine mit modernsten Arbeitsgeräten ausgestattete Maschinenhalle, sechs Schulungsräume sowie ein großer Seminarraum mit 100 Plätzen sowie Kantine und Fachbibliothek zur Verfügung.

Unter dem Dach des Kasseler Bildungszentrums finden sich auch der Verband hessischer Zimmerermeister, das Berufsförderungswerk des Hessischen Zimmerhandwerkes, die Bundesfachschule des Deutschen Zimmerhandwerks sowie der Qualitätsverbund DachKomplett Hessen.

Holzbau-Kompetenzzentrum

Der technische Fortschritt macht auch vor einem der ältesten Berufe nicht halt. Im Kasseler Holzbau-Kompetenzzentrum lernen die Kursteilnehmer, steigende Anforderungen zu erfüllen. Dabei geht es auch um wachsendes Umweltbewusstsein, Energiekosten sowie die zunehmenden Ansprüche von Bauherren und Auftraggebern an Baubiologie und Wohngesundheit.

„Das Zimmererhandwerk erhält immer zentralere Aufgaben und Bedeutung im Bauwesen“, beschreibt Neuenhagen die Entwicklung, die auch von stärkerer Internationalisierung geprägt ist. Deshalb sind auch die Ansprüche an das berufliche Wissen rasant gewachsen.

Das Zentrum im Industriepark ist eine der ganz wenigen Bildungseinrichtungen, die verbandseigene Qualifikationen über sämtliche Ausbildungsstufen bis hin zum Zimmermeister anbieten darf. Trotz modernster Technologie werden die alten Bräuche erhalten.

Und so sind öfter auch mal Zimmergesellen aus den bundesweit etwa 10 000 Zimmerer-Betrieben in traditioneller Handwerkskluft nach Kassel auf der Walz. Und wer als „Fremdgeschriebener“ auf Wanderschaft nach Kassel kommt, erhält bis heute fünf Prozent Wanderschafts-Bonus auf die Kursangebote des Bundesbildungszentrums. (ach)

www.bubiza.de

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