Vitrinen und Massivmöbel nach Maß

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Auswahl an Sammlervitrinen: Der Auszubildende Sebastian Groß (von links), Diplom-Ingenieur Frank Möller und Tischlermeister Michael Pancl in dessen Werkstatt in Fuldatal.

Das Schöne am Gewerbegebiet an der Dörnbergstraße in Fuldatal-Ihringshausen ist, dass hier viel Wissen zusammenkommt“, sagt Michael Pancl. Dasselbe gilt auch für seinen Betrieb dort.

„Wenn wir größere Aufträge haben, arbeiten wir gemeinsam daran, ansonsten sind hier drei eigenständige Unternehmen ansässig“, sagt der 45-jährige Tischlermeister.

Er lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Immenhausen-Holzhausen.

„Ich hatte die Wahl“, berichtet Michael Pancl (sprich: Panzel), dessen Vater aus Budweis in Tschechien stammt. Klaus Pancl gründete 1974 in Rothwesten einen Tischlerbetrieb und spezialisierte sich auf Vitrinen für Sammler. „Er hat Modelleisenbahnen gesammelt“, berichtet Michael Pancl. Im Jahr 1989 bot Klaus Pancl seinem Sohn an, gemeinsam im Ihringshäuser Gewerbegebiet zu bauen, wenn er dauerhaft dabeibliebe. Michael Pancl bildete sich inzwischen zum Tischlermeister und zum Betriebswirt des Handwerks weiter. Seit 1995 führt er nun seinen Betrieb.

Frank Möller und Michael Pancl kennen sich seit der Lehrzeit. „In unserer Werkstattgemeinschaft hat jeder einen anderen Schwerpunkt. Ich habe mich frühzeitig für die Restaurierung von Antiquitäten interessiert“, berichtet Frank Möller. Der 48-Jährige, der in Kassel lebt, hat nach der Gesellenprüfung noch ein Architekturstudium abgeschlossen. „Meine Stärke liegt in der Gestaltung“, sagt er. Dinge, für die kaum jemand die Geduld aufbringt, wie das Furnieren gewölbter und gebogener Flächen, nimmt er ebenfalls in Angriff. Gerade hat er einen Polsterstuhl von 1820 aufwendig restauriert.

„Es wird nicht langweilig“

Wie Frank Möller führt auch Jürgen Wolf aus Kassel einen eigenen Betrieb, nutzt aber die Immobilie und die Maschinen von Michael Pancl mit. Der 46-Jährige hat sich auf Massivholzmöbel, Fachwerkarbeiten, den Terrassenbau und die Bautischlerei spezialisiert.

„Uns wird nicht langweilig, obwohl wir noch nie Werbung gemacht haben“, sagt Michael Pancl. „Fürs Foto muss ich aber erst meinen Hut aufsetzen, sonst erkennen mich die Kunden nicht“, meint er. „Als Team sind wir maximal flexibel“, ergänzt Frank Möller. An dem Ausbau einer Lok von Bombardier zu einem Messe-Showroom hatten die Tischler besonderen Spaß.

Für die Rothenbachhalle in Kassel fertigten sie 648 Klickparkett-Platten an, die mehrmals im Jahr für Veranstaltungen wieder aufgenommen und eingelagert werden müssen. Um die 40-Kilo-Platten dank Vakuum besser bewegen zu können, bauten die Tischler mithilfe von Betrieben aus der Nachbarschaft kurzerhand eine Melkmaschine um.

Aufgrund der Ähnlichkeit der eigenwilligen Konstruktion mit dem Boot in dem gleichnamigen Humphrey-Bogart-Film von 1951 tauften sie ihren Eigenbau auf den Namen „African Queen“. (von Bettina Wienecke)

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