Wie früher Holzkohle hergestellt wurde

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Stück für Stück: So wird der Meiler aufgeschichtet.

Der 34. Holzkohle-Meiler des Solling-Heimatvereins Delliehausen wird am 5. Juni 2011 angezündet. Die lange Standzeit verbessert den Trocknungsprozess des Holzes. Man stellt so  bessere Kohle her. Bei einem guten Meiler können das bis zu 500 Sack Holzkohle werden.

Der 34. Meiler in der Geschichte des Solling-Heimatvereins Delliehausen steht seit Samstag an der Köhlerhütte. Bis zum 5. Juni 2011 bleibt er Anschauungsobjekt, wie früher die großen Holzhaufen zur Herstellung von Holzkohle gebaut wurden, unter den alten Buchen an der Köhlerhütte.

Doch bis der Holzkohlemeiler so stand, war für die fleißigen Helfer des Solling-Heimatvereins wieder viel zu tun. Holzscheit um Holzscheit wird der Aufbau vorgenommen. Möglichst dicht aneinander müssen die Holzstücke liegen. „Jedes Stück muss immer zur Spitze in der Mitte zeigen“, „erklärt Vorsitzender Winfried Müller eine von vielen Vorgaben.

„Und in einem Winkel von 60 Grad“, ergänzt Helmut Hillebrandt. Der muss es wissen. Denn sein Vater war von Beruf Köhler. Der letzte seiner Zunft in Delliehausen. Bis 1961.

Diese Kunst erfordert Gespür und Geschick

Die Meilerköhlerei ist eine alte Handwerkskunst, die viel Geschick, Gespür und Erfahrung erfordert. Das beginnt bereits beim Holzeinschlag. Das Buchenholz aus möglichst jungen Beständen schlugen die Delliehäuser Hobbyköhler im benachbarten Wald an der Köhlerhütte ein.

Die Delliehäuser Hobby-Köhler: Über eine gute Beteiligung beim Meileraufbau freute sich der Solling-Heimatverein Delliehausen

Danach wird das Holz auf eine bestimmte Größe gespalten. Beim Aufbau des Meilers liegt es dann zunächst um den Meiler herum. Von weiten sieht es wie eine kleine Burg aus. Immerhin sind es 54 Raummeter Buchenholz. Das ist eine Menge. Wie viel das ist, sieht man, wenn Heinrich Hillebrandt mit weißem Sand die Größe festlegt: 20 Meter Durchmesser hat die Grundfläche. „Das sind 32 Fuß“, ruft Hillebrandt und erinnert damit an die Maßeinheit, mit der die Köhler früher gemessen haben.

Dann beginnt der Aufbau. Lassen sich Löcher zwischen den Holzscheiten nicht vermeiden, kommen so genannte Brände zum Einsatz: Das ist Holz aus dem vorigen Meiler, das nicht verkohlt ist. Mit dem Plan, den Meiler für das nächste Jahr schon im Herbst aufzubauen, hat der Solling-Heimatverein gute Erfahrungen gemacht. Denn die Meilerei gewinnt immer mehr an touristischer Bedeutung, berichtet Vorsitzender Müller.

Touren für neugierige Menschen

Unter andrerem bietet das Landhotel Am Rothenberg in Volpriehausen spezielle Köhlertouren für seine Gäste an. Wenn die dann an der Köhlerhütte vorbeifahren und dort steht ein echter Meiler, ist das ein Hingucker.

Früher wurde der Meiler erst kurz vorm Anzünden aufgebaut. Für Gäste gab es zwischenzeitlich wenig zu sehen. Jetzt ist das über mehrere Monate möglich.

Denn der 34. Meiler des Heimatvereins wird am 5. Juni 2011 angezündet. Darüber hinaus verbessere die längere Standzeit den Trocknungsprozess des Holzes. Man stelle bessere Kohle her. Bei einem guten Meiler können das bis zu 500 Sack Holzkohle werden. (fsd)

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