Immer mit den Augen stehlen

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Freispruch: Sie alle erhielten in dieser Woche ihren Gesellenbrief in der Northeimer Stadthalle.

97 Lehrlinge wurden in der Northeimer Stadthalle freigesprochen. Zu den Prüfungen waren 109 angehende Gesellen aus 13 Innungen angetreten – eine Erfolgsquote von fast 89 Prozent. „Das ist eine wirklich sehr gute Quote“, lobte Kreishandwerksmeister Herman-Josef Hupe.

Drei Freigesprochene überzeugten durch ihre „herausragenden Ergebnisse“, sagte Hupe im Rahmen der Feierlichkeit. Als Innungs- oder Prüfungsbeste wurden Florian-Tobias Fischer (Northeim/Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik), Florian Bema (Einbeck/Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik) sowie Lukas Neugebauer (Einbeck/Tischler) geehrt.

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Bevor die 97 Lehrlinge jedoch ihren Gesellenbrief in Empfang nehmen konnten, mahnte Delfino Roman, Vizepräsident der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen, sich nicht auf dem Erlernten auszuruhen. „Wer meint , dass es nichts mehr zu lernen gibt und wer jetzt keine Lust mehr auf Bildung hat, wird bitter bestraft, wenn er den Anschluss an den Beruf verpasst hat. Kreishandwerksmeister Herman-Josef Hupe formulierte die Botschaft als Ratschlag. „Auch wenn Ihnen ein Geselle oder Meister im Moment keine Schulung anbietet: Die dürfen immer mit den Augen stehlen.“ Also durch genaues Hinsehen lernen, wie es andere machen, um es dann selbst auszuprobieren, so Hupe. Während er einen geschichtlichen Abriss von der Entwicklung der Tugenden und Moralvorstellungen gab und diese auf die heutige Zeit übertrug, sprach Delfino Roman von den historischen Begebenheiten des Handwerks. „Früher gab es den Brauch des Ledigscheltens – die letzte Ohrfeige für den angehenden Gesellen als Symbol dafür, dass dieser aus der Obhut des Meisters entlassen war“, so der Vizepräsident der Handwerkskammer und fügte hinzu: „Sie sehen: Früher war nicht alles besser.“

In seiner Rede hob Roman die Möglichkeiten für Gesellen hervor – von einer Festanstellung über einen Meisterkurs bis hin zum Studium oder einer Beschäftigung im Ausland. „Für welchen Weg Sie sich auch entscheiden: Bleiben Sie neugierig, seien Sie flexibel und nutzen Sie die Chancen, die die globalisierte Welt für Sie bereithält.“ (Reemt Bernert)

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