Innovative Lerndienstleistungen fördern Kompetenzen und Wissen im Handwerk

+
Ein Beispiel für die gestiegenen Anforderungen: In der SHK-Branche wird von den Handwerkern mehr abverlangt als noch vor einigen Jahren.

Der schnelle technologische Wandel und der sich abzeichnende Fachkräftemangel erfordern in besonderem Maße eine hochwertige Weiterqualifizierung der Beschäftigten im Handwerk. Dabei kommt dem zeit- und arbeitsplatznahen Lernen eine besondere Bedeutung zu.

Flexibles, gemeinsames und arbeitsplatznahes Lernen im Handwerk mit neuesten Technologien zu ermöglichen, ist Ziel des Forschungsprojektes BlendedContENT (Blended Continuing Education with New Technologies), das vom Fachgebiet Wirtschaftsinformatik der Universität Kassel koordiniert wird. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Vorhaben unter Projektträgerschaft des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) mit knapp 1,2 Millionen Euro.

Im Zentrum von BlendedContENT steht die Entwicklung von Lerndienstleistungen für kleine und mittelständische Betriebe der Sanitär-, Heizungs- und Klimabranche. Innerhalb des Projekts werden daher Lernanwendungen speziell für mobile Endgeräte entwickelt, die überall und jederzeit nach Bedarf genutzt werden können. Über eine gemeinsame Plattform sollen die Lernenden zudem eigene Inhalte entwickeln und voneinander lernen können. Seminare zur Vermittlung zentraler Kompetenzen, die über die elektronischen Lerninhalte ergänzt werden, komplettieren das Angebot. Auf diesem Weg sollen sich die Handwerker genau das Wissen aneignen können, das sie benötigen - schnell, praxisnah und nachhaltig. „Die Anforderungen an einen Handwerker in der SHK-Branche sind in den letzten Jahren enorm gewachsen. Es ist unerlässlich, dass unsere Weiterbildungsangebote sich entsprechend weiterentwickeln", sagt Hubert Verständig, Leiter der Unternehmensberatung shk-aktiv².

Neben der Entwicklung von Konzepten und Softwarewerkzeugen steht die Erstellung hochwertiger Lerninhalte für die Beschäftigten im Handwerksbereich im Vordergrund. Ziel ist außerdem, Methoden zu entwickeln, die Lernende stärker in den eigenen Lernprozess integrieren. So ist zukünftig denkbar, dass Monteure bestimmte Arbeitsschritte und „Best Practices" anderer über Laptop und Mobiltelefon abrufen, diese ergänzen und verbessern und anschließend wieder anderen Kollegen zur Verfügung stellen. Ebenso soll das Fachwissen von einzelnen Experten der Gemeinschaft zugänglich gemacht werden, indem diese in virtuellen Arbeitskreisen ihre Erfahrungen austauschen. Auf technologischer Seite wird zudem erforscht, wie Inhalte auf unterschiedlichsten Endgeräten zielgruppengerecht aufbereitet werden können. Durch die Beteiligung der Lernenden bei der Erstellung von Inhalten soll zugleich die Kosteneffizienz der Lerndienstleistungen gesteigert werden. Der Nachweis eines wirtschaftlichen Mehrwertes ist daher ebenfalls ein Ziel des Projekts.

Gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Kommunikationstechnik (Prof. Dr.-Ing. Klaus David), dem Institut Ingenium (Dr. Andreas Lischka) und der Unternehmensberatung shk-aktiv² wird das Fachgebiet Wirtschaftsinformatik der Universität Kassel unter Leitung von Prof. Dr. Jan Marco Leimeister an diesem Vorhaben arbeiten und dabei die wissenschaftliche und organisatorische Koordination übernehmen. Die Forschungen sollen bis Ende des Jahres 2013 abgeschlossen sein. (nh)

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.