Intars Tumanovs aus Riga macht seine Ausbildung bei Jochen Siebert in Ehringen

Stuckateur ist Landessieger

+
Intars Tumanovs mit Jochen Siebert (links) bei der Arbeit: Beim Bau einer Säule kommt es auf Genauigkeit an.

Hessens bester Auszubildender im Stuckateur-Handwerk kommt in diesem Jahr aus Lettland, lebt in Volkmarsen und wurde in Ehringen ausgebildet: Intars Tumanovs. Er kann stolz sein auf das, was er geleistet hat, denn hinter ihm liegt ein außergewöhnlicher Werdegang.

„Beinahe hätte Intars seine Ausbildung im zweiten Lehrjahr abgebrochen“, verrät sein Chef Jochen Siebert.

Um einen handwerklichen Beruf zu erlernen, verließ der gebürtige Lette 2011 seine Heimat Riga und begann eine Ausbildung im Putz- und Stuckgeschäft Siebert in Ehringen.

Intars war von Anfang an wissbegierig, lernte schnell und schulisch war er im ersten Jahr trotz weniger Deutschkenntnisse ein Einser- Kandidat, erzählt Siebert. Zu Beginn des zweiten Lehrjahrs wollte der heute 25-jährige plötzlich nicht mehr zur Schule gehen. Nicht weil ihm der Beruf keinen Spaß machte, sondern weil er sich unterfordert fühlte.

Verkürzte Lehrzeit möglich

Siebert setzte sich für Intars ein und erreichte, dass er das zweite Lehrjahr überspringen konnte. „Auf Grund seines Abiturs, war eine verkürzte Lehrzeit möglich, allerdings ist es eher üblich, das erste Lehrjahr zu überspringen“, sagt Siebert schmunzelnd. „Ohne Jochen hätte ich nicht weitergemacht“, ist sich Intars sicher und man merkt ihm an, wie wohl er sich in der Firma fühlt. Überhaupt scheint der Ausbildungsbetrieb eine große Rolle für das gute Abschneiden beim Landeswettbewerb zu spielen. Intars ist bereits Sieberts zweiter Auszubildender, der Landessieger wurde. „Es ist sicher ein Vorteil, dass wir eine der wenigen Firmen sind, die im Stuckbereich arbeiten“, so Siebert, „unsere Arbeit ist vielfältig und für die Arbeiter jeden Tag eine Herausforderung, da wir nie wissen, welche Gegebenheiten uns an der Baustelle erwarten“.

Das ist es auch, was Intars neben der handwerklichen Tätigkeit an dem Beruf so fasziniert, er liebt die Abwechslung. „Ich habe aber auch großes Interesse an Geschichte“ verrät der frisch gebackene Landessieger. „Beim Renovieren alter Häuser oder historischer Gebäude spielt Geschichte eine große Rolle“.

Spaß am Beruf ist wichtig

Intars will nach seiner Ausbildung noch ein Weilchen bleiben, bis er mit genügend Wissen in der Tasche in seine Heimat Riga zurückkehrt. „Ich freue mich, dass Intars noch bleibt. Nicht nur, weil er gut ist, sondern weil er auch gut ins Team passt“, sagte Siebert. Ob jemand passt, darauf wird schon bei der Einstellung geachtet, erklärt Siebert.

Unabhängig wie gut das Zeugnis eines Bewerbers ist, ein eventuell zukünftiger Auszubildender muss zuvor ein Praktikum bei der Firma Siebert absolvieren. „Nur so kann ich sehen, ob er auch wirklich Spaß am Beruf hat. Denn wer einfach nur eine Lehre bei mir machen will, ist fehl am Platz.“

Jochen Siebert wird zum 1. August 2014 wieder einen Auszubildenden für den Beruf des Stuckateurs einstellen und freut sich schon jetzt auf Bewerbungen. (ysk)

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.