Interview mit Heinrich Gringel

Das Handwerk bietet Zukunft

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Heinrich Gringel

Die 16 117 Handwerksbetriebe in Nord-, Ost- und Mittelhessen erwirtschaften mit rund 86 000 Mitarbeitern und knapp 9000 Auszubildenden pro Jahr acht Milliarden Euro Umsatz. Damit ist das Handwerk eine echte Wirtschaftskraft in der Region.

Ein Gespräch mit Heinrich Gringel, Präsident der Handwerkskammer Kassel.

Wie sind die Aussichten für das Handwerk im neuen Jahr?

Heinrich Gringel: Im Großen und Ganzen positiv. Im Jahr 2012 hat die Handwerkskonjunktur in Nord-, Ost- und Mittelhessen zwar einen leichten Dämpfer erhalten, aber wir bewegen uns nach wie vor auf einem guten Niveau. In diesem Jahr rechnen wir mit einem Umsatzplus von rund einem Prozent. Auch die Zahl unserer Beschäftigten werden wir wieder halten können. Diese Entwicklung zeigt die Bedeutung, die das Handwerk als stabiler Wirtschaftsbereich für unsere Region hat.

Wie ist diese Zuversicht denn begründet?

Gringel: In den vergangenen Jahren haben sich Märkte entwickelt, auf denen das Handwerk eine zentrale Rolle spielt. Als Beispiel nenne ich die energetische Gebäudesanierung und die Gewinnung regenerativer Energien ohne die die Energiewende nicht gelingen kann. Gewaltiger Bedarf kommt aber auch im Bereich altersgerechtes Wohnen auf uns zu. Darüber hinaus ist das Qualitätsbewusstsein der Menschen wieder gestiegen. Sie sind bereit, für gute Produkte und gute Leistungen ihr Geld zu zahlen. Handwerk hat und bietet Zukunft.

Apropos Zukunft, was sagen Sie einem jungen Menschen, der sich für eine Ausbildung im Handwerk entschieden hat?

Gringel: Ich gratuliere ihm. Denn er hat sich für einen modernen und vor allem zukunftssicheren Ausbildungs- und Arbeitsplatz entschieden. Die Aufstiegschancen, die er hat, sind nicht nur zahlreich, sondern auch attraktiv. Nach der Ausbildung ist der Weg beispielsweise zur Meisterprüfung und damit zum eigenen Betrieb frei. Aber auch andere spannende Fort- und Weiterbildungen, beispielsweise in Sachen Hightech, Umweltschutz, Gestaltung oder Restaurierung und nicht zuletzt auch ein Studium bieten beste Aussichten auf ein interessantes Berufsleben.

Sind die glänzenden Perspektiven, von denen Sie sprechen, eigentlich allgemein bekannt?

Gringel: Wir arbeiten daran. Sowohl unsere hessische als auch unsere bundesweite Imagekampagne läuft im vierten Jahr und beide zeigen Wirkung. Handwerk wird als wichtig und modern wahrgenommen. Die Handwerker sind stolz, dazuzugehören. Nachdem wir die Größe und Bedeutung des Handwerks gezeigt haben, sind wir in den Köpfen der Menschen angekommen. Jetzt wird der Beitrag im Mittelpunkt stehen, den das Handwerk zur Lebensqualität der Menschen leistet. Damit wollen wir ihre Herzen erobern. Ich bin zuversichtlich, dass uns das gelingen wird. Um mit unserer Imagekampagne zu sprechen: Wir sind Handwerker. Wir können das. (nh)

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