Werkakademie für Gestaltung Hessen

25 Jahre Gestaltung im Handwerk

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25 Jahre Werkakademie für Gestaltung Hessen: In der "Handwerksform" findet deshalb eine Ausstellung statt, die noch bis zum 17. Juli läuft.

Kassel. Einen ganz besonderen Spaziergang bietet zurzeit die "Handwerksform", er führt durch ein Vierteljahrhundert Gestaltungsgeschichte im Handwerk.

So feiert die Werkakademie für Gestaltung Hessen ihr 25-jähriges Bestehen und präsentiert im Ausstellungsraum der Handwerkskammer Kassel Arbeiten von 24 Absolventen und Studierenden, die im Laufe dieses Zeitraums vor allem in der Werkakademie, aber auch in den Ateliers der Gestalter im Handwerk entstanden sind. Stellvertretend für die insgesamt knapp 500 Absolventen zeigt die Ausstellung einen Querschnitt von Werken, der über die gesamten 25 Jahre hinweg reicht.

Die Werkakademie geht zurück auf zwei Modellversuche, die der Grundstein für die Bildungseinrichtung waren. Bis heute folgt die Werkakademie der Idee der Werkkunstschulen. Sie ist getragen von dem Gedanken, dass Gestalten eine ureigenste Aufgabe des Handwerks ist. „Damit ist und bleibt Gestaltung eine Herausforderung, die das Handwerk anzunehmen hat. Die Frage ist nicht, ob wir gestalten, sondern wie wir gestalten“, sagte Heinrich Gringel, Präsident der Handwerkskammer Kassel, anlässlich der Ausstellungseröffnung. „Das heißt, professionelles Handwerk verlangt unausweichlich professionelle Gestaltung.“

Deshalb seien die Kammern gefordert, ihren Mitgliedern auf diesem Gebiet die bestmögliche Bildung und Beratung anzubieten, auch indem sie junge Menschen im Handwerk qualifizieren und damit die von den Betrieben benötigte Fachkompetenz fördern. „In diesem Sinne war und ist die Werkakademie, die mittlerweile von allen drei hessischen Handwerkskammern getragen wird, immer auch eine Stück Gewerbeförderung“, bilanzierte der Kammerpräsident.

Zahlreiche Preise und Auszeichnungen für Absolventen

Keine Frage, die Werkakademie ist heute fest etabliert, ihre Daseinsberechtigung und die Qualität ihrer Arbeit sind anerkannt. „Dafür stehen die vielen erfolgreichen Absolventen sowie die zahlreichen Preise und Auszeichnungen, die die Studierenden und Absolventen regelmäßig beim Hessischen Gestaltungspreis erzielen“, sagte Gringel weiter. „Auch die zahlreichen Wettbewerbe und Projekte, die unter Beteiligung der Werkakademie umgesetzt wurden, sind Anerkennung der Arbeit, die an der Werkakademie geleistet wird.“

Auf dem Lehrplan der Werkakademie steht neben dem Freihand-Zeichnen die Auseinandersetzung mit Form, Farbe, Materialien und Funktion, um die Sinne zu wecken und gestalterische Kompetenz zu vermitteln. Ideenfindung, Konzeption, Präsentation und Vermarktung, im Verlauf dieses Prozesses werden handwerklich-technische Fertigkeiten mit zeitgemäßer Formgebung in Einklang gebracht. Denn Gestaltung im Handwerk ist im tieferen Sinn die Frage nach der Verantwortung der im Handwerk Tätigen für die Alltagskultur.

Um die Studierenden für die Selbstständigkeit fit zu machen, bietet die Werkakademie mittlerweile auch die Vorbereitung auf die Prüfung zum Fachkaufmann oder zur Fachkauffrau für Handwerkswirtschaft als Teil III der Meisterprüfung an. Es folgte der Teil IV der Meisterprüfung, der Ausbilderlehrgang.

„Gestalter im Handwerk“

Auf diesem Weg ist die Werkakademie dem Ziel, mit der Qualifizierung zum „Gestalter im Handwerk“ auch den Schritt in die berufliche Selbstständigkeit zu ermöglichen, ein erhebliches Stück näher gekommen. Gestalter im Handwerk, die ihre Prüfung aufgrund einer öffentlich-rechtlichen Prüfungsordnung bestanden haben, können sich heute unabhängig von der Meisterprüfung in dem Handwerk, das sie erlernt haben, selbstständig machen. Damit ist ein Studium an der Werkakademie noch attraktiver geworden.

Grundsätzlich gilt zwar, dass Betriebe der zulassungspflichtigen Handwerke nur aufgrund der bestandenen Meisterprüfung in die Handwerksrolle eingetragen werden. Aber durch die Anerkennung des Gestalter-Abschlusses kommt die Handwerksorganisation der Nachfrage vieler junger Handwerkerinnen und Handwerker entgegen. Für sie ergeben sich so durch den Studiengang zum Gestalter im Handwerk völlig neue Zukunftsperspektiven. „So erhöht sich gleichzeitig die Zahl leistungsfähiger Existenzen im Handwerk“, sagte Gringel.

Deshalb ist die Werkakademie diesen Weg konsequent weitergegangen und bietet heute den Meistergestalter an. So wird den Teilnehmern ermöglicht, den Meisterbrief abgestimmt mit Gestalterstudium zu erwerben. Aber die Bemühungen der Werkakademie, ihr Studium attraktiver zu machen, reichen noch weiter. Mittlerweile ist der Abschluss „Gestalter im Handwerk“ als Zugang zum Studium an allen hessischen Universitäten - unabhängig vom Fachgebiet - anerkannt.

Die Arbeiten sind in der "Handwerksform" noch bis zum 17. Juli montags bis freitags von 9 bis 15.30 Uhr zu sehen. (nh)

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