Johannes Richardt: „Fleisch ist ein Stück Lebenskraft“

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Johannes Richardt, Obermeister der Innung Fleischer Schwalm Eder

Johannes Richardt, Obermeister der Innung Fleischer Schwalm Eder, stand im Interview Rede und Antwort.

Wie beurteilen Sie heute generell die Qualität von Fleisch und Fleischerzeugnissen?

Johannes Richardt: Fleisch ist ein Stück Lebenskraft. Es besitzt viele Inhaltsstoffe, die der menschliche Körper braucht. Schon von alters her steht das Fleischerhandwerk für qualitativ hochwertige Fleischwaren. Aufgrund der heutigen umfangreichen Untersuchungen und Dokumentationen haben wir einen Qualitätsstandard erreicht, den es früher so nicht gab. Das fängt im Stall beim Bauern an und geht bis zur Abgabe der Fleisch- und Wurstwaren an den Konsumenten. Es gibt klare Vorgaben hinsichtlich der Kontrollen und Abläufe sowie geltende Hygienevorschriften. Die Daten werden schriftlich hinterlegt und lassen sich so problemlos zurückverfolgen. Dank dieser Maßnahmen haben wir in unserer Region fast keine Beanstandungen zu melden. Lebensmittel-Skandale wie BSE, Blauzungenkrankheit oder Dioxin in Futtermitteln haben wir seitens des Fleischerhandswerks nicht zu vertreten.

Fleischer - Azubis an der Radko Stöckl Schule Melsungen

Azubis der Radko-Stöckl-Schule in Melsungen - Fleischer

Was hat sich im Arbeitsalltag des Fleischers geändert?

Johannes Richardt: Die umfangreichen Kontrollen und Prüfungen, die zum einen qualitativ hochwertige Lebensmittel garantieren sollen, führen andererseits zu einem höheren Dokumentationsaufwand. Ob Temperaturmessungen, Ablaufbeschreibungen oder mikrobiologische Untersuchungen: all dies nimmt heute mehr Zeit in Anspruch. Man muss stets die aktuellen Vorschriften kennen und diese im Routinebetrieb entsprechend umsetzen. Wir bieten hierzu seitens der Fleischer-Innung Schwalm-Eder zahlreiche Informations-Veranstaltungen an.

Überall wird vom Fachkräftemangel gesprochen. Trifft das Ihrer Meinung nach auch für das Fleischer-Handwerk zu?

Johannes Richardt: Ich sehe das Problem insbesondere bei den Fleischfachverkäuferinnen. Die Frauen steigen meist aus dem Beruf aus, um ihre Kinder zu betreuen und kehren dann erst wieder in diesen Beruf zurück, wenn die Kinder „aus dem Gröbsten heraus sind“. (ynd)

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