Tim Jonietz: „Fachkräfte das wichtigste Standbein“

+
Tim Jonietz, Obermeister der Innung Elektro und Informationstechnisches Handwerk Waldeck-Frankenberg

Tim Jonietz, Obermeister der Innung Elektro und Informationstechnisches Handwerk Waldeck-Frankenberg, stand im Interview Rede und Antwort.

Wie hat sich das Handwerk in ihrem Bereich entwickelt?

Tim Jonietz: Bei unseren Aufträgen hat sich einiges in den letzten Jahren verändert. Bei meisten Aufträgen zu denen wir gerufen werden, geht es um die Installation oder die Reparatur an technischen Geräten. Aufträge, bei denen es um die allgemeine Gebäudeelektronik geht, bekommen wir kaum noch. Wenn, dann sind das höchstens noch Umbau- oder Sanierungsmaßnahmen an Geschäftshäusern. So ist momentan die Marktsituation für uns.

Alles spricht vom Fachkräftemangel, sehen sie den auch?

Tim Jonietz: Ja, jedoch wird der in absehbarer Zukunft noch stärker zum Tragen kommen. Ein sieben Protzentiger Rückgang von Berufsschülern macht das deutlich. Wenn wir vor zwanzig Jahren in der Korbacher und der Frankenberger jeweils zwanzig Berufsschüler für unseren Ausbildungsberuf hatten, so sind es heute nur noch fünfzehn in Korbach. Gern hätten wir noch einen guten Service-Techniker. Haben wir aber gute Realschulabgänger, so gehen sie oft nach der Ausbildung noch studieren. Bei Hauptschulabgängern fehlt es oft an wichtigen Grundlagen, die für Theorie unentbehrlich sind. Sehr guten Hauptschülern bieten wir trotzdem gern einen Ausbildungsplatz, wenn sie neben der betrieblichen Ausbildung auch in der Lage sind in der Berufsschule Schritt zu halten. Fachkräfte sind ohne Zweifel, das wichtigste Standbein für alle Handwerksberufe.

Wie stehen Sie zum Thema Ausbildung?

Tim Jonietz: Wer Fachkräfte braucht, muss ausbilden, daran geht kein weg vorbei. Wegen der letzt genannten Gründe, sind die Ausbildungsplätze in unserem Raum auch rückläufig. Gerade in unserem Beruf, sind die Anforderungen in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Leider werden die Schüler aus unserer Sicht darauf nicht optimal Vorbereitet. Dabei werden die Schüler an den Hauptschulen besser auf die Handwerksberufe vorbereitet als an anderen Schulen. Es spricht nichts gegen einen Abiturient, der sich für einen Handwerksberuf entscheidet. Auch hier gibt es gute Aufstiegsmöglichkeiten, wie zum Beispiel den Meisterbrief oder die Fortbildung zum Techniker. An dieser Stelle möchte ich auf die Aktion Topas aufmerksam machen, in der die Ausbildungsberufe vorgestellt werden. (yfe)

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.