Jugendbeirat nimmt Kampagne unter die Lupe

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Teil der Handwerks-Kampagne: Comedien Simon Gosejohann spielt in TV-Spots mit.

Jugendlicher Wind wehte am 30. Mai durch das Haus des Deutschen Handwerks in Berlin. 40 Auszubildende aus unterschiedlichen Gewerken und allen Regionen Deutschlands traten erstmals zu einem Jugendbeirat zusammen, um die Imagekampagne des deutschen Handwerks aus jugendlicher Sicht zu bewerten.

Ihre Sichtweise auf die Kampagne liefert den Kampagnenmachern wichtige Erkenntnisse für die weitere Arbeit.

Die Imagekampagne hat in den zurückliegenden Monaten für viel Aufmerksamkeit und Gesprächsstoff in der Öffentlichkeit gesorgt. Der TV-Spot, die Plakate und Anzeigen waren in ganz Deutschland zu sehen. Kaum einer kam an ihnen vorbei. Aber wie kommt die Kampagne bei den Jugendlichen an? Was halten sie von den einzelnen Maßnahmen? Trifft die Kampagne die Erwartungen junger Menschen und kann sie wirklich dazu beitragen, das Image des Handwerks bei potentiellen Auszubildenden von morgen aufzupolieren?

Wer könnte diese Frage besser beantworten als Jugendliche selbst. Aus diesem Grund sind 40 Auszubildende des 2. Lehrjahres erstmals zu einem Jugendbeirat in Berlin zusammengetreten. Von Flensburg bis Konstanz, von Aachen bis Dresden sind sie auf Einladung der Handwerksorganisation aus ganz Deutschland angereist, um mit den Kampagnenmachern in Berlin über ihre Eindrücke und Vorstellungen zur Imagekampagne zu sprechen. Ihre Meinungen und Anregungen sind für die Kampagnenmacher wichtige Hinweise für die weitere Kampagnenarbeit.

Lehrlinge als gefragte Experten

Für die jungen Handwerker war es fast wie eine Art Rollentausch. Sind sie im Berufsalltag diejenigen, die von den erfahrenen Gesellen und Meistern lernen, war beim Treffen des Jugendbeitrags in Berlin ihre Expertise gefragt. Als Vertreter der jungen Generation wissen sie genau, wie man junge Menschen erreichen kann. Dass ihre Meinung im Jugendbeirat zählt, stößt bei ihnen auf großen Anklang. „Es ist toll, dass wir offen unsere Meinung zur Kampagne äußern können und so dazu beitragen, die Kampagne noch besser zu machen“, erklärt Sabine Glasmeyer, Auszubildende im Fotografenhandwerk aus Unna bei Dortmund.

Knackig und humorvoll – die Kampagne kommt an

An der Notwendigkeit der Imagepflege für das Handwerk haben die Teilnehmer jedenfalls keine Zweifel. „Wir können stolz sein, Handwerker zu sein. Es ist richtig, dass die Kampagne das einmal zeigt“, begrüßt Glasmeyer die Imagekampagne. „Der humorvolle Ansatz spricht an und bringt auf den Punkt, was das Handwerk wirklich macht“, ergänzt Lisa Stefanie Just, Auszubildende zur Bürokauffrau im Handwerk aus Karlsruhe. Besonders gut gefallen den Auszubildenden die aussagekräftigen und knackigen Kampagnensprüche sowie der TV-Spot und die Berufsfilme „Simon – die linke Hand des Handwerks“. „Simon Gosejohann ist ein bekanntes Gesicht, der sehr viel Aufmerksamkeit zieht. Zudem sind die Filme viel humorvoller als gängige Berufsinformationsfilme“, so Just. Gleichzeitig warnen die Teilnehmer, die Filme dürften nicht zu spaßig werden. Denn Berufswahl ist eine ernste Sache, da sind sich alle einig. Die Filme, die Berufsbroschüre, aber auch die Werbematerialien eignen sich aus Sicht der Jugendlichen auch gut für die Berufsinformation an Schulen. Und gerade dort sollte die Kampagne noch stärker sichtbar werden, appellieren die Azubis.

Weiteres Verbesserungspotential sehen die Auszubildenden bei den Jugendmotiven. Für die Kampagnenmacher ein Ansporn nachzubessern. Sie haben wichtige Hinweise bekommen, die in die Überarbeitung der Jugendlinie einfließen werden. Zudem wünschen sich die Azubis, dass die Kampagne in den Betrieben noch sichtbarer wird. „Unser Betrieb engagiert sich sehr für die Kampagne“, erklärt Christoph Schmitt, der in Dedbach bei Koblenz zum ZHL-Anlagenmechaniker ausgebildet wird. „Auch in anderen Betrieben wird es immer mehr. Die Aufkleber sind immer häufiger zu sehen“, so Schmitt weiter. In vielen Betrieben spiele die Kampagne aber noch eine geringe Rolle. Die Auszubildenden fänden es gut, wenn mehr Handwerksunternehmen die Plakate und Autoaufkleber einsetzen würden. Sie selbst sind jedenfalls vom Kampagnenfieber gepackt und wollen ihren Teil dazu beitragen, die Begeisterung für die Kampagne und das Handwerk in ihren Betrieben und ihrem Freundeskreis weiter anzufachen.

Jugendbeirat trägt zum Kampagnenerfolg bei

Mit ihrer Überzeugungsarbeit in den Betrieben, bei Familie, Bekannten sowie Freunden und mit ihren positiven aber auch kritischen Anmerkungen im Jugendbeirat können die jungen Auszubildenden einen wichtigen Beitrag zum Erfolg der Kampagne leisten. Der Jugendbeirat, in den jede Handwerkskammer einen Auszubildenden entsenden kann, soll zukünftig einmal jährlich in Berlin zusammentreten, um die Maßnahmen der Imagekampagne aus jugendlicher Sicht zu bewerten. (www.handwerk.de)

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