Karl-Ernst Schmalz testete gestern Brot und Brötchen der Bäcker aus der Region

So weit die Krümel fliegen

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Schauten dem Experten über die Schulter: Friedrich Scheld, Kreishandwerksmeister Frank Dittmar, Vizelandrat Winfried Becker, Obermeister Olaf Nolte, Gabriele Graf-Weber von der IKK Classic, Jürgen Altenhof, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, und Volker Komiske, Direktor KSK Melsungen (von links), mit Brotprüfer Karl-Ernst Schmalz.

Karl-Ernst Schmalz hat eine ganz eigene Art, mit Brötchen umzugehen: Er klatscht mit der flachen Hand aufs Backwerk und schaut, ob und wie platt es wird und wie weit die Krümel fliegen.

Für den Bäckermeister ist das kein Jux, sondern echte Arbeit: Der 51-Jährige ist Brotprüfer. Gestern testete er die Produkte der Bäckerbetriebe aus dem Landkreis in der Melsunger Kreissparkasse.

Beim Schlag aufs Brötchen testet er die Rösche, schaut, ob das Brötchen zu lang, zu kurz oder genau richtig gebacken wurde, testet Geruch und Geschmack und ob es hart und zäh oder saftig und lecker ist. Mehr als 20 Bäcker der insgesamt 33 Betriebe hatten dem Brotexperten Kostproben für die freiwillige Prüfung geliefert, zu der die Bäcker-Innung Schwalm-Eder eingeladen hatten. Wolfgang Scholz von der Kreishandwerkerschaft in Homberg verwundert die große Resonanz nicht: „Das ist für die Betriebe eine gute Chance, ihre Qualität vom Profi überprüfen zu lassen.“

Industrie ist Konkurrent

Es sei für die Bäckereien wichtig, ihren Standard ständig weiter zu verbessern: „Die Industrie schenkt dem Handwerk nichts,“ sagte Scholz und verwies auf die Vielfalt der abgepackten Backwaren und auf die Backautomaten in den Supermärkten. Trotz dieser großen Konkurrenz sei aber die Zahl der Beschäftigten und Auszubildenden im Bäckerhandwerk konstant geblieben – auch wenn dir Zahl der Betriebe in den vergangenen Jahren gesunken sei: „Es gibt heute weniger, aber dennoch viel größere Betriebe als früher.“ Das alte Geschäftsmodell, bei dem in der Hinterstube gebacken und im Laden vorne das Brot verkauft wurde, funktioniere längst nicht mehr: „Der Trend bei den Bäckern geht zur Filialisierung.“

80 Kilo Brot pro Kopf

Und der Trend bei den Verbrauchern geht bei der Ernährung weiterhin zum Brot, der Hunger auf Gebackenes ist ungebrochen: 80 Kilo verzehrten die Deutschen im Schnitt pro Kopf und Jahr, sagt Schmalz.

In der Kreissparkasse aber konnte man gestern nicht nur Brötchen anschauen, sondern auch probieren: Die Kundenhalle war in ein großes Café verwandelt worden.

Die Innungsbetriebe und Krankenkassen wollen fürs Thema gesunde Ernährung sensibilisieren und hatten zum gesunden Frühstück eingeladen. Noch immer gehe ein Drittel aller Kinder und Jugendlichen morgens ohne Frühstück aus dem Haus, sagte Gabriele Graf-Weber (IKK). Dieses Angebot gilt übrigens auch heute noch: Kunden der KSK können es sich heute Morgen schmecken lassen.

• Die Sieger der Prüfung werden am 28. September beim Weck- und Worscht-Markt in Borken ausgezeichnet. (von Claudia Brandau)

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