Karl-Werner Demmer: „Wir decken nicht nur Dächer“

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Karl-Werner Demmer, Obermeister der Innung Dachdecker Waldeck-Frankenberg

Karl-Werner Demmer, Obermeister der Innung Dachdecker Waldeck-Frankenberg, stand im Interview Rede und Antwort.

Alle reden vom Fachkräftemangel. Wie sieht es bei den Dachdeckern aus?

Karl-Werner Demmer: Momentan gibt es noch genügend Fachkräfte. Das wird sich aber in fünf bis sieben Jahren ändern. Der Nachwuchs fehlt. Waren früher 15 Auszubildende normal, so haben wir jetzt im ersten Lehrjahr noch acht Auszubildende. Das wird sich bemerkbar machen. Viele junge Leute wandern ab – drei Monate im Jahr ist „Saure- Gurken- Zeit“, da Dachdecker im Winter nicht aufs Dach können. Das schreckt viele ab.

Dachdecker - Azubis der Beruflichen Schulen Korbach

Azubis der Berufsschule in Korbach - Dachdecker

Wie wollen Sie das Interesse der jungen Menschen wecken?

Karl-Werner Demmer: Wir werben ja jetzt schon in den Schulen um Auszubildende. Aber die Zusammenarbeit sollte noch intensiviert werden. Auch beim Job-Day, wo sich die Betriebe vorstellen, werden wir mit neuen Ideen neue Wege gehen, um Jugendliche zu motivieren.

Wie sehen Sie die Zukunft des Dachdeckerhandwerks?

Karl-Werner Demmer: Sehr gut. Unser Handwerk ist ein Beruf mit Zukunft. Wir decken ja nicht nur Dächer, sondern verkleiden zum Beispiel Fassaden, montieren Fotovoltaikanlagen und Solarthermie bis zum Keller. Wir betreiben enge Zusammenarbeit mit Fachkollegen. Der Dachdeckerberuf bietet jedem eine Chance. Fleißige Hauptschüler sind ebenso gern gesehen wie Jugendliche mit Realschulabschluss. Man sollte aber körperlich fit sein, schwindelfrei und Spaß an der Arbeit in frischer Luft haben. (ztb)

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