Die Kasseler Friseurmeisterin Alexandra Kaske-Diekmann ist neue Kreishandwerksmeisterin

Neuer Schnitt für das Handwerk

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Erstmals steht eine Frau an der Spitze der Kasseler Handwerker: Friseurmeisterin Alexandra Kaske-Diekmann ist zur Kreishandwerksmeisterin gewählt worden.

Das Rad wird nicht neu erfunden, nur weil es jetzt eine Frau macht“, sagt Alexandra Kaske-Diekmann. Die 48-jährige Friseurmeisterin aus Kassel sorgt allerdings schon für eine neue Ära bei der Kreishandwerkerschaft Kassel. Mit ihr wurde nicht nur erstmals eine Frau an die Spitze gewählt.

Aus dem Friseurhandwerk kam auch noch nie ein Kreishandwerksmeister in Kassel, meist waren es Männer aus der Baubranche. Ihr Vorgänger Bernd-Peter Doose hat einen Malerbetrieb.

Kaske-Diekmann, die auch Obermeisterin der Friseurinnung ist, wurde für das Ehrenamt vorgeschlagen. „Ich denke schon, dass die Herren hinter den Kulissen über mich debattiert haben.“ Im Vorstand der Kreishandwerkerschaft ist die 48-Jährige, die einen Friseursalon an der Wolfsschlucht hat, nach wie vor die einzige Frau. „Ich bin aber ein absoluter Teamplayer. Mir ist es wichtig, alle mitzunehmen.“

Was hat eine Kreishandwerksmeisterin für Aufgaben? Zunächst ist sie Ansprechpartnerin für alle 31 Innungen mit ihren 1250 Betrieben, die der Kreishandwerkerschaft Kassel angeschlossen sind. Wenn Probleme anliegen, vermittelt sie die richtigen Ansprechpartner, zum Beispiel, wenn ein potenzieller Azubi keine Aufenthaltsgenehmigung hat.

Für alle Seiten offen

„Wir müssen uns aber auch um viele politische Fragen kümmern“, sagt Kaske-Diekmann, die keiner Partei angehört. „Es ist wichtig, dass man für alle Seiten offen ist.“ Ob Meisterbrief, Abwrackprämie, Schwarzarbeit, Mindestlohn oder Energiewende - das sind politische Themen, die das Handwerk angehen.

Eine ganz wichtige Aufgabe sei es, jungen Menschen zu zeigen, wie attraktiv das Handwerk ist. Viele Branchen haben damit zu kämpfen, keine Auszubildende zu finden. Kaske-Diekmann kann an ihrer eigenen Biografie zeigen, welche Chancen das Handwerk jungen Menschen bieten kann. Nachdem sie ihre Ausbildung abgeschlossen hatte, verband sie ihren Beruf mit ihrem Hobby Skifahren. Sie arbeitete in Friseursalons in einem Wintersportort sowie in Salzburg und Wien. „Das war eine Zeit, in der ich viele Erfahrungen sammeln konnte“, sagt Kaske-Diekmann, die verheiratet ist und eine 22-jährige Tochter hat.

In der Gesellschaft müsse ein Umdenken stattfinden. Nicht wenige Abiturienten würden von ihren Eltern in ein Studium gedrängt. Viele davon würden es nicht schaffen und abbrechen. Die duale Ausbildung im Handwerk sei eine gute Alternative dazu. Auch in finanzieller Hinsicht, sagt die Kreishandwerksmeisterin.

„Ein Geselle verdient nicht unbedingt weniger, als jemand, der sein Studium abgeschlossen hat.“

Kaske-Diekmann weist auch auf die Bedeutung hin, die das Handwerk für eine funktionierende Gesellschaft hat. „Wir haben die Verantwortung, dass es auch in Zukunft Handwerker gibt, auf die man jederzeit zurückgreifen kann. (von Ulrike Pflüger-Scherb)

www.kh-kassel.de

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