Innungssiegerin gewann nun auch den landesweiten Leistungswettbewerb

Keine tischlert besser als Lena Klotzsche

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Meisterleistung: Klotzsche hatte nicht damit gerechnet, den Wettbewerb zu gewinnen. Aber ihre Staffelei wurde von der Jury sehr gut bewertet.

Frauen im Handwerk werden längst nicht mehr belächelt. Diese Erfahrung hat Schreinergesellin Lena Klotzsche aus Homberg während ihrer Lehre gemacht: "Aber dass eine Frau den Männern den Rang abläuft, ist schon ungewöhnlich."

Das sagt die 21-Jährige lachend. Sie ist Hessenmeister beim Leistungswettbewerb der Handwerksjugend geworden - und setzte sich dabei gegen sechs männliche Gesellen durch.

"Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet zu gewinnen", sagt Klotzsche. So wenig, dass sie schon einen Flug ins Ausland gebucht hatte. Am 7. Oktober fliegt sie für ein Jahr nach Australien. Ansonsten hätte sie jetzt Hessen im bundesweiten Wettbewerb vertreten können. Die Verwirklichung des Traumes von "Work and Travel" hatte sie schon nach ihrer Schulzeit wegen des Angebots, eine Lehre zu machen, verschoben. Sie machte sie in der Tischlerei Morschen in Uttershausen.

Klotzsche sagt lieber "tischlern" als "schreinern". Das klinge mehr nach der filigranen, künstlerischen Arbeit,erklärt sie. Die mache ihr am meisten Spaß: "Und dass man so viel selbst herstellen kann."

Zum Beispiel so einen schönen großen Schreibtisch und ein Rollcontainer mit einer Verkleidung aus Holzscheiten, wie er in ihrer Wohnung steht - ihr Gesellenstück. Damit wurde sie bei ihrer Gesellenprüfung im Juli Jahrgangsbeste der Innung Schwalm-Eder. Das qualifizierte Klotzsche schließlich für den landesweiten Leistungswettbewerb, der im September stattfand.

Ohne eine Ahnung, was sie erwarten würde, erschien sie zur Prüfung in der Holzfachschule Bad Wildungen. Dann wurden ihr ein Plan und Material ausgehändigt. Die Aufgabe: Eine verstellbare Staffelei bauen. "Das war nicht ganz ohne", sagt Klotzsche. "Man muss sich da erstmal reinfinden: Wo fängt man an, wie leimt man alles zusammen und wie viel Trocknungszeit braucht es?" Und dabei galt es, immer die Zeit im Blick zu behalten. Die Einzelteile mussten in die richtige Länge geschnitten, Flügelschrauben angebracht werden. "Wenn man da eine Kleinigkeit falsch macht, kann es sein, dass die ganze Konstruktion nicht funktioniert", sagt Klotzsche.

Am Ende des Tages bewerteten vier Prüfer Maßgenauigkeit, Oberfläche und Verarbeitung der Staffelei. Klotzsches Stück schnitt am Besten ab. In die Gesamtwertung ging dann auch noch einmal ihr Gesellenstück mit ein.

Für den Titel gab es eine Urkunde und eine 500 Euro-Gutschrift als Unterstützung für die Meisterschule oder ein Studium. Wenn Klotzsche aus dem Ausland zurück ist, möchte sie aber erstmal Architektur studieren: "Vielleicht komme ich ja auf das Tischlern später wieder zurück."

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