Als Mechatronikerin mit Vollgas in die Zukunft

Ölverschmierte Autoteile, hohe elektrische Spannungen, Informatik – all das gehört zum Handwerksalltag der 21-jährigen Franziska Schildhauer. Die Auszubildende zur Kfz-Mechatronikerin begeistert sich seit ihrer Kindheit für Technik und Motoren.

Gegen keinen anderen Job der Welt möchte sie ihren Handwerksberuf tauschen. Abitur, und dann? Im Gegensatz zu vielen Klassenkameraden war die Entscheidung für Franziska Schildhauer aus Dessau längst gefallen. Sie wollte etwas „Handfestes“ machen und möglichst mit Motoren arbeiten, also bewarb sie sich um eine Lehrstelle zur Kfz-Mechatronikerin.

Mechanik, Elektronik, Informatik und mehr

Früher hieß der Ausbildungsberuf noch „Automechaniker“ und beinhaltete hauptsächlich die technisch-mechanische Arbeit am Fahrzeug. Inzwischen sind in diesem Berufsbild die Tätigkeiten eines Kfz-Mechanikers, Elektronikers und sogar teilweise die Fertigkeiten eines Informatikers vereint. „Es ist ein anspruchsvoller, vielseitiger Arbeitsalltag“, erzählt die 21-Jährige, die mittlerweile im zweiten Lehrjahr ist.

Durch die Zunahme elektronischer Komponenten hat sich der Ausbildungsberuf um zahlreiche neue Aufgaben erweitert, die den Alltag von Franziska Schildhauer spannender und vielseitiger machen. So ist heute üblicherweise ein Computer zur Befundaufnahme und Reparatur mit einem Steuergerät im Auto verbunden. Mithilfe dieses so genannten Diagnosetesters kann überprüft werden, ob die Elektrik im Fahrzeug Fehler aufweist.

"Mit einem Bein immer in der Zukunft"

„Mein Beruf entwickelt sich durch die technischen Entwicklungen ständig weiter – wir stehen immer mit einem Bein in der Zukunft“, sagt die Dessauerin. Daher sei es Pflicht für alle Auszubildenden, regelmäßig an Lehrgängen teilzunehmen und immer auf dem neuesten Stand der Technik zu sein.

Frauen in Handwerksberufen – das ist heute keine Seltenheit mehr. Der Anteil von Ausbildungsverträgen mit Bewerberinnen ist in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren auf rund ein Viertel gestiegen. Dank technischer Hilfsmittel rückt die Bedeutung körperlicher Kraft bei vielen handwerklichen Tätigkeiten zunehmend in den Hintergrund, gefragt sind dafür Fingerspitzengefühl und logisches Denken.

„Wichtig ist es in meinem Job, dass ich mitdenken und komplizierte Dinge einfach lösen kann. Diese Art von Kreativität liegt Frauen genauso wie Männern.“ Bei Tätigkeiten, die viel Feingefühl erfordern, sieht sie sogar einen klaren Vorteil für weibliche Auszubildende.

Vielseitige berufliche Perspektiven

Trotz des steigenden Anteils von Frauen in Handwerksberufen arbeiten viele weibliche Auszubildende noch immer überwiegend mit Männern zusammen. Für Franziska Schildhauer ist das kein Problem: „Ich fühle mich von meinen männlichen Kollegen völlig respektiert, auch wenn beim Mittagstisch mal ein Spruch geklopft wird.

Perspektiven gibt es für Franziska Schildhauer viele. Im Anschluss an ihre Ausbildung möchte sie gern ihren Meister machen. Auch ein Studium, beispielsweise im Maschinenbau, stünde ihr offen. Der Schritt in die Selbstständigkeit, den bereits viele Frauen im Handwerk gehen, wäre eine weitere Chance. Doch für die Dessauerin kommt eine Neugründung zurzeit noch nicht in Betracht: „Für viele ist die Möglichkeit, einen eigenen Betrieb aufzumachen, unheimlich reizvoll – ich persönlich arbeite zuerst lieber auf eine Führungsposition hin“. (www.handwerk.de)

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