Schwarzarbeit kostet Friseure Kunden

Das Discount-Prinzip ist in Deutschland weit verbreitet. Auch beim Friseurbesuch wollen viele sparen.

Während das die Zahl der sogenannten Billigfriseure deutschlandweit in die Höhe treibt, sorgt der Wunsch zum Sparen beim Friseurbesuch im Landkreis Waldeck-Frankenberg nach Informationen der Kreishandwerkerschaft Waldeck-Frankenberg eher zu einem Anstieg der Schwarzarbeit.

„Im Landkreis sind die Friseure eine der stärksten Handwerksgruppe. 227 Betriebsstätten mit einer Mitarbeiterzahl von rund 750 Beschäftigten sind bei uns eingetragen. Größter Arbeitgeber ist jedoch die Schwarzarbeit“, sagt Gerhard Brühl, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Waldeck-Frankenberg. Brühl schätzt, dass man allein mit den auf dem Schwarzmarkt arbeitenden Friseuren die Mitarbeiterzahlen im Landkreis verdoppeln könnte.

„Die Schwarzarbeiter laufen bei uns den normalen Friseuren stärker die Kunden ab, als es die Discounter tun.“ Der Landkreis sei noch nicht von Billigfriseuren überzogen. In größeren Städten wie Kassel sei das jedoch auffälliger. Seitens der Kreishandwerkerschaft sei man jedoch grundsätzlich für Wettbewerb, weil Unternehmen sich so verbessern könnten.

Die Discounter erfahren deutschlandweit laut Branchenschätzungen kräftiges Wachstum. Mittlerweile soll fast jeder zehnte Friseur ein Discounter sein, bei dem Haareschneiden und andere Dienstleistungen pauschal unter 15 Euro kosten. „Der Friseurmarkt ist hart umkämpft. Dennoch bleibt die Zahl der Friseure, die verschiedene Wege gehen, stabil beziehungsweise nimmt zu“, sagt Brühl. Ob und inwiefern diese Ketten tragbar seien, weiß Brühl nicht. Einen Wettbewerbsvorteil hätten die Billigfriseure dadurch, dass sie bei einem Jahresumsatz unterhalb von 17 500 Euro von der Umsatzsteuer befreit seien. (von Julia Mohr)

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