Kreishandwerkerschaft spricht zum Neujahrsempfang 17 Jungmeister frei

Besser als der FC Bayern

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Meisterhaft: 17 Handwerksmeisterinnen und Handwerksmeister nahmen beim Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft ihre Zertifikate entgegen.

Ein klares Signal zum Erhalt von Meisterbrief, dualer Ausbildung und Kammerstruktur wünscht sich Kreishandwerksmeister Klaus Stöcker von der Politik in Richtung europäischer Union.

Vor Zuhörern aus Handwerk, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft lobte Stöcker am Mittwochabend während des Neujahrsempfangs der Kreishandwerkerschaft im Kreistagssitzungssaal des Landratsamtes das Festhalten der großen Koalition an den bestehenden Strukturen. Diese seien auch in Brüssel als krisenfest und Mittel gegen die Jugendarbeitslosigkeit anerkannt gewesen. Jetzt plötzlich solle in Deutschland das Niveau abgesenkt werden, um es an das anderer Länder anzupassen.

Als ersten Schritt in diese Richtung wertete Stöcker die Abschaffung der Meisterpflicht in weiteren Berufen. Dabei habe sich am Beispiel der Fliesenleger gezeigt, dass dies ein Irrweg sei. Zwar habe sich dort die Zahl der Betriebe von 12 000 auf 68 000 erhöht, die der Ausbildungsplätze habe sich jedoch von 4500 auf 2000 mehr als halbiert. Auch die jährlich abgelegten Meisterprüfungen seien von 550 auf knapp 100 gesunken.

„Dass hierunter auch die Qualität leidet, versteht sich von selbst“, so Stöcker. Mit 1250 Handwerksbetrieben, rund 900 Beschäftigten und rund 800 Auszubildenden ist das Handwerk im Kreis noch breit aufgestellt. Diese Zahlen nannte Hauptgeschäftsführer Dirk Bohn.

Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge hat sich nach Auskunft des Kreishandwerksmeisters kaum verändert, auch dank verstärkter Werbung und Projekten wie der gezielten Berufsorientierung, der Ausbildung von Flüchtlingen und Asylbewerbern im Bauhandwerk und der Qualifizierung von Jugendlichen für eine Ausbildung auf dem Bau.

Auf Meisterbrief, duale Ausbildung und Kammerstruktur und natürlich den Meisterbrief vertrauen 17 Jungmeisterinnen und Jungmeister, die während des Neujahrsempfangs vom stellvertreten Präsidenten der Handwerkskammer Kassel, Dieter Hahn, und Kreishandwerksmeister Klaus Stöcker freigesprochen wurden.

Im Vergleich mit Fußballern sah Hahn seine Zunft dabei klar im Vorteil: „Im Handwerk haben wir in jedem Jahr Meistertitel, das schafft nicht einmal der FC Bayern“.

Die Jungmeister der Kreishandwerkerschaft

Zimmerer- und Dachdecker: Nikolas Feherensen, Bad Hersfeld

Maler- und Lackierer: Alexander Rommel, Rotenburg

Kraftfahrzeugtechniker: Holger Kurz, Neuenstein; Robin Lamps, Bad Hersfeld, Stefan Seeling, Dankmarshausen

Installateur- und Heizungsbauer: Thorsten Nitsch, Bad Hersfeld; David Roßbach, Bad Hersfeld

Fleischer: Lukas Holzhauer, Bebra; Daniel Riebold, Bebra Friseur: Ann-Kathrin Bleß, Philippsthal; Kathrin Hildebrand, Ludwigsau; Julia Lauterbach, Philippsthal; Isabell Sandrock, Heringen; Stefanie Zuschlag, Ludwigsau (red/jce)

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