Autolackierer beulen auch aus und setzen instand

Lackierer und Blechflüsterer

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Erfahrung und Gefühl braucht man, um Beulen wieder herauszuziehen: „Sonst passiert es schnell, dass man das Blech zu weit nach Außen zieht. Dann hat man statt einer Beule einen Hubbel“, erklärt Christian Dölle.

Man muss mit dem Blech sprechen können“, erklärt Guido Kellermann und schmunzelt. Der Lackierermeister ist Inhaber der Claus-Autolackierung kennt sich aus mit der Behebung von Park-, Unfall- oder Hagelschäden im Fahrzeuglack.

Und wer mit dem Blech spricht, der weiß auch, wie es behandelt werden muss. „Jedes Auto ist – je nach Hersteller – unterschiedlich, die einen verwenden dickere Bleche, andere Hersteller dünne“, erklärt Christian Dölle.

Er ist in der Autolackierung unter anderem für das Ausbeulen zuständig. Eine Arbeit, die viel Erfahrung und Gefühl voraussetzt.

„Bei der Beseitigung von Karosserieschäden hat sich in den letzten Jahren viel getan. Früher hat man entweder ganze Bleche ausgetauscht, oder die Beule einfach zugespachtelt“, erzählt Kellermann. Selbst große Schäden zieht man inzwischen aber einfach heraus. Mit einem starken, schnell aushärtenden Kleber wird zunächst eine Art Anker auf die Beule geklebt.

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An diesem kann das Blech dann behutsam wieder in die richtige Position gezogen werden. Für die großen Blechschäden reicht der Anker nicht aus, hier werden dann kamm-artige Streben im Punktschweißverfahren am beschädigten Karosserieblech angebracht, an denen die Beule herausgezogen werden kann.

Wenn man nicht aufpasst, kann dünnes Blech bei dem Verfahren natürlich reißen. „Es hat aber einen sehr großen Vorteil“, erklärt Kellermann, „der Kunde spart eine Menge Geld und selbst bei Gebrauchtwagen, deren Reparatur sonst in keinem Verhältnis zum Restwert des Autos gestanden hätte, lohnt sich das Herrichten wieder“. Kleine Beulen aus Steinschlägen oder Parkremplern sind so schon für zehn bis 40 Euro repariert.

Wenn der Schaden so groß ist, dass er auch lackiert werden muss, hat Kellermann ein Farbtonmessgerät parat, um die Farbnuancen zu bestimmen. „Trotzdem bleibt die passende Lackierung schwierig. Selbst wenn der original Farbton bekannt ist, kann das Ergebnis vom Original abweichen“, sagt Kellermann. Denn am Ende macht allein die Erfahrung der Fachleute das gute Ergebnis aus. (wrs)

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