Landwirtschaft und Handwerk gehen Hand in Hand

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Huf und Klauenreinigung: Auch in der Landwirtschaft zeigt sich das Handwerk innovativ.

Am 20. Januar beginnt die 77. Internationale Grüne Woche in Berlin. Auf der weltweit größten Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau können Besucher unter anderem die neuesten Trends und Innovationen aus der Landwirtschaft und der Ernährungsbranche bestaunen.

Dabei wird deutlich: Von der Produktion bis zum Verkauf landwirtschaftlicher Erzeugnisse gehen Landwirtschaft und Handwerk Hand in Hand.

Egal, ob einem der Hunger nach einem knusprigen Bauernbrot oder einem saftigen Filetstück vom Rind steht, ohne das Handwerk müssten wir auf so manche Mahlzeit verzichten. Denn von der Erzeugung über die Verarbeitung bis zum Verkauf sind zahlreiche Handwerker wie etwa Müller, Bäcker, Fleischer oder Brauer erste Ansprechpartner für frische und ökologisch erzeugte Lebensmittel sowie eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Zusätzlich sind Handwerker unterschiedlicher Gewerke an der Produktion und der Wartung von landwirtschaftlichen Maschinen beteiligt und fördern mit der Entwicklung neuer und umweltfreundlicher Landmaschinen eine nachhaltige Landwirtschaft.

Fleischherstellung mit Bio-Siegel

Jörg Bischoff, Geschäftsführer und Metzgermeister der Fleischerei Bischoff aus Bottrop steht für landwirtschaftliche Betriebe, die im Einklang mit der Natur stehen. Dabei sieht er Fleischer geradezu als Vorreiter für eine bewusste Ernährung: „Der Trend zum ökologisch-nachhaltigen Wirtschaften und Konsumieren ist heute in nahezu allen Lebensbereichen erkennbar. Das Handwerk ist dabei die erste Adresse für Qualität, natürlich auch für Bioprodukte “, erklärt Bischoff. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, unterhält die Fleischerei ihren eigenen Bio-Hof: „Wir züchten dort Bio-Schweine, die ausschließlich mit natürlicher, pestizidfreier Nahrung gefüttert werden und viel Freiraum haben“, sagt der Geschäftsführer. Für ihn kommt Massentierhaltung nicht infrage. Und das zahlt sich aus: „Immer wieder sprechen uns begeisterte Kunden auf den ausgezeichneten Geschmack unserer Fleischwaren an“, erzählt der Metzgermeister voller Stolz. Die hohe Qualität der Produkte bestätigt auch das EU-Bio-Gütesiegel. Dafür muss die Fleischerei regelmäßig strenge Kontrollen bestehen und beweisen, dass sie zum Beispiel gänzlich auf gentechnisch veränderte Erzeugnisse verzichtet. Für Metzgermeister Bischoff kein Problem: „Die Zukunft der Fleischerei sehe ich in Bioprodukten und dafür ist das Fleischerhandwerk bestens gerüstet.“

Hufe und Klaue – umweltfreundlich gereinigt

Auch Udo Schmidt arbeitet für eine nachhaltige Zukunft. Der Mechanikermeister für Land- und Baumaschinentechnik aus dem niedersächsischen Adelebsen beweist mit seinem automatischen Huf- und Klauenreiniger wahrhaften Erfindergeist. Seine neue Lösung für ein altes Problem wurde bereits von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) mit einer Silbermedaille für innovative Neuheiten ausgezeichnet.

Die Maschine ermöglicht eine schnelle und vor allem umweltfreundliche Reinigung von Tierhufen und -klauen, die so bislang nicht möglich war. „Aufgrund der häufigen Hautentzündungen und Klauenkrankheiten von Milchkühen müssen Bauern normalerweise aufwendige Klauenbäder für die Tiere einrichten“, erklärt Schmidt. Durch die schnelle Verschmutzung dieser Bäder werden dabei hohe Mengen an Wasser und Desinfektionsmittel verbraucht. Das Reinigungswasser und die chemischen Reinigungsmittel laufen dann häufig in den Stall und können in die Gülle oder in das Grundwasser gelangen. „Daraus ergeben sich äußerst schädliche Folgen für die Umwelt, die es zu verhindern gilt“, erklärt der passionierte Handwerker. Bei seiner neuartigen Reinigungsmaschine laufen die Tiere über ein Gitter. Rotierende Bürsten in den Zwischenräumen reinigen die Hufe der Vierbeiner unkompliziert, schnell und vor allem umweltschonend. Denn mit den eingebauten Düsen können Wasser und Reinigungsmittel deutlich sparsamer eingesetzt werden und das Wasser läuft kontrolliert in einen Abfluss.

Nachhaltiges, ökologisches Denken ist für alle Lebensbereiche ein Muss – das Handwerk hat das erkannt. Im Schulterschluss mit der Landwirtschaft ist das Handwerk mit seinen innovativen Leistungen und seinem fachlichen Know-how Wegbereiter für eine gesunde Ernährung und nachhaltiges Wirtschaften. (www.handwerk.de)

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