Ein Laufsteg für das Handwerk

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Mode und mehr: Bei der Fashion Week ist das Friseurhandwerk gefordert.

Glitter, Glamour, Mode – und mittendrin echtes Handwerk. Vom 3. bis zum 8. Juli wird Berlin wieder zum Mekka für alle Modeliebhaber, wenn die Fashion Week die angesagten Modetrends präsentiert.

Doch ohne zahl-reiche Handwerkerinnen und Handwerker würde es vermutlich kein Star-designer auf den Catwalk schaffen: Friseure, Maß- und Änderungsschnei-der, Modisten, Tischler und viele weitere Gewerke sorgen vor und hinter den Kulissen für reibungsfreien Ablauf.

Während Fashion-Blogger sowie Stars und Sternchen in der ersten Reihe Platz nehmen, hat das Handwerk rund um die Fashion Week alle Hände voll zu tun, Mode und Models optimal in Szene zu setzen. Von den Brettern, die die Modewelt bedeuten, über die Event-Zelte bis zum perfekt choreografierten Lichtdesign für die aufwendigen Shows sind Tischler, Elektroniker und Gerüstbauer schon im Vorfeld des Events mit Aufbau, Verkabelung und Installation beschäftigt. Einige Handwerker haben auch Zutritt zum Allerheiligsten der Modenschauen, dem Backstage Bereich. Friseure, Maß- und Änderungsschneider, Modisten und weitere Gewerke arbeiten dort vor und während der Schauen fieberhaft daran, Models den letzten Schliff zu verpassen. Dank ihrer Erfahrung und Kompetenz verlieren sie auch im turbulentesten Treiben hinter den Kulissen nicht den Überblick.

Ein Handwerker verdreht Models den Kopf

Starfriseur André Märtens ist von der ersten Fashion Week an dabei. Der 45-Jährige ist seit 2007 „Head of Hair“ und entwickelt in enger Abstim-mung mit Designern regelrechte Frisur-Konzepte, die optimal auf die Kollektion zugeschnitten sind. „Unser Team besteht aus 35 Friseuren, die während der Fashion Week rund 40 Shows betreuen – das läuft nach einem ziemlich engen Zeitplan“, sagt André Märtens. In seiner Familie hat das Handwerk Tradition, denn er ist bereits in der vierten Generation Friseur. „Ich habe den Beruf von der Pike auf gelernt und alles im Repertoire, was ein Friseur können sollte – von klassisch bis ausgefallen. Besonders in der Modebranche ist eine gute Ausbildung von enormer Bedeutung, denn nur so kann man auch unter größter Anspannung und Stress Höchstleistung bringen“, erklärt Märtens. Bei den Haarkreationen, die er heute entwirft, greift er regelmäßig auch auf „klassische Techniken“ zurück, wie etwa die Wasserwelle oder den Pixi-Cut. „Momentan erleben jedoch gelegte Locken oder Bob-Schnitte ein Revival“, sagt der Haar-Stylist. Um den hohen Belastungen der Shows jährlich standzuhalten, sind vor allem Effizienz und Zielstrebigkeit gefragt. „Egal, welcher Handwerks-Beruf erlernt wird, es ist immer wichtig, ehrgeizig zu sein und seine Mög-lichkeiten auszuschöpfen – nur so kann man besser sein als der Durchschnitt“, rät André Märtens.

Die Modistin, der die Stars vertrauen

„Ehrgeiz“ ist auch für die Modistin Fiona Bennett ein entscheidendes Stichwort: „Als Handwerkerin sollte man immer einen gewissen Anspruch an sich selbst und seine Arbeit haben. Das Handwerk ist die Basis, um sich kreativ ausleben zu können – hierbei sind sowohl Geduld sowie Ausdauer wichtig“, sagt die 45-Jährige. Fiona Bennett, die bereits in der Vergangenheit ihre Kreationen auf der Fashion Week präsentiert hat, entwirft ausgefallene und modische Kopfbedeckungen, die auch bei internationalen Stars beliebt sind. Von Brad Pitt bis zu Rammstein hat sie schon viele prominente Häupter mit ihren Hüten geschmückt – und das können nicht nur die Paparazzi sehen. Fiona Bennetts Hüte haben es sogar schon in die Vogue geschafft – sozusagen die Bibel aller Modeliebhaber. In ihrem Geschäft in Berlin kann jeder Interessierte hautnah miterleben, wie ihre Kunstwerke entstehen: Zwei Modisten geben während der Fashion Week in ihrem Showroom Einblicke in die tägliche Arbeit. „Ich wollte einen Raum schaffen, in dem das Handwerk auf ein Podest gestellt wird. Ziel ist es, zu zeigen, wie modern und innovativ in diesem Feld heute gearbeitet wird“, so Bennett. In ihrem Beruf sucht sich die Modistin immer wieder neue Herausforderungen, um beim Thema Hüte „Pionierarbeit“ zu leisten. „Ich finde es toll, etwas mit den eigenen Händen zu schaffen. Und es ist schön, die Kopfbedeckung von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt zu be-gleiten“, sagt Bennet. Ihren Werken merkt man die Hingabe an – sicherlich einer der Gründe, weshalb Kopfschmuck aus dem Hause Fiona Bennett nicht nur während der Fashion Week so beliebt ist. (www.handwerk.de)

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