Horst Wagner: „Lebensraum ganz oben erschaffen“

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Innungs-Obermeister Horst Wagner

Horst Wagner, Obermeister der Innung Dachdecker Kassel, stand im Interview Rede und Antwort.

Auf vielen Dächern sieht man Solarzellen oder Photovoltaik-Anlagen. Inwieweit hat sich dadurch Ihre Tätigkeit verändert?

Horst Wagner: Solarzellen zur Warmwasseraufbereitung und Photovoltaik-Anlagen zur Stromerzeugung sind aus dem Leistungsangebot des Dachdeckerhandwerks nicht mehr wegzudenken. Auch Energie einzusparen ist ein wichtiges Aufgabengebiet, beispielsweise durch eine Dachdämmung oder eine Dachgeschossdeckendämmung. Natürlich haben diese Veränderungen auch die Tätigkeitsmerkmale des Dachdeckers verändert.

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Außer der Technik gibt es neue Gestaltungsmöglichkeiten. Es steht eine Vielzahl von bunten und modernen Produkten zur Auswahl. Stark im Trend ist auch der Ausbau des Daches. Hier wird ungenutzter und hochwertiger Wohnraum neu entdeckt und Lebensraum ganz oben erschaffen.

Viele Branchen klagen über Fachkräftemangel. Wie sieht es bei den Dachdeckern aus?

Horst Wagner: Im Dachdeckerhandwerk ist die Lage lokal unterschiedlich. Da im nordhessischen Bereich die Ausbildungsbereitschaft der Innungsbetriebe sehr konstant ist, konnten wir in den letzten Jahrzehnten pro Ausbildungsjahr regelmäßig 20 bis 25 Lehrlinge ausbilden. Mit derzeit 60 bis 75 Auszubildenden in den drei Ausbildungsjahren sind wir zuversichtlich, für kommende Aufgaben gerüstet zu sein.

Wie gestaltet sich die Ausbildung zum Dachdecker, welche Anforderungen gibt es?

Horst Wagner: Unser Beruf erfordert Geschick, Können und körperliche Fitness. Die Arbeiten sind sehr komplex, sie erfordern Sorgfalt und Wissen. Die Bewerberin oder der Bewerber sollte neben Interesse am Beruf auch einen Hauptschul- oder Realschulabschluss mitbringen. Die Innungsfachbetriebe stellen Praktikumsstellen zur Verfügung. Da können Interessierte ihre Begabung austesten und feststellen, ob sie Spaß am Dachdeckerberuf haben. (zip)

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