Keine Ausbildung mehr über den Bedarf

Die Handwerkskammer Northeim-Einbeck rechnet damit, dass sie auf Grund der demografischen Entwicklung mit weniger jungen Menschen mittelfristig nur noch für den eigenen Bedarf ausbilden kann, und das Ausbildungsplätze nicht besetzt werden können.

„In früheren Jahren haben wir weit über den eigenen Bedarf ausgebildet“, sagte gestern der Geschäftsführer der Handwerkskammer, Hans-Joachim Nüsse. Das zeigte sich daran, dass in manchen Jahren nur 30 Prozent der gerade ausgelernten neuen Gesellen übernommen worden seien. Das werde in Zukunft der Vergangenheit angehören.

Nicht besetzt wurden im nach den Sommerferien begonnen neuen Ausbildungsjahr neun Stellen. Das ergab eine Umfrage der Kammer unter ihren knapp 600 Mitgliedsbetrieben in 14 Innungen.

Nicht besetzt wurden die Ausbildungstellen eines Maurers, zweier Fleischer, eines Malers und eines Tischlers. Dazu kommen aus dem Automobilbereich jeweils Plätze für einen Kraftfahrzeugmechatroniker für Pkw und Nutzfahrzeuge, einen Autofachwerker und einen Automobilkaufmann. Tatsächlich könnten noch mehr Stellen frei sein. Nicht alle Betriebe haben die Umfrage beantwortet.

Sorgen bereiten den Handwerksbetrieben nicht nur die zurückgehenden Jahrgänge. Auch die Ausbildungsfähigkeit und fehlende soziale Kompetenzen, die manchmal schon beim simplen „Guten Morgen“-Gruß beginnen, ließen immer wieder zu wünschen übrig. Dies habe dazu geführt, dass einige Betriebe inzwischen gar nicht mehr ausbilden. Die Abbrecherquote liege zwischen zehn und 30 Prozent eines Jahrgangs.

Gut seien die Weiterbildungs- und Aufstiegschancen, sagte Nüsse, in dessen Geschäftsstelle derzeit insgesamt 502 Ausbildungsverträge registriert sind. Einen Engpass könnte es in Zukunft im Bereich der qualifizierten Gesellen geben, wenn sie in andere Wirtschaftszweige abwandern. (hpx)

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