Handwerk im Leineweberdorf

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Musik aus dem Schrank: Dennis Henze hatte seine Freude an dem alten Radio, aus dem sogar noch Musik tönte. Dieses alte Gerät stand in der Heimatstube Wiershäuser Frauen.

Interessante Eindrücke vom Dorfleben und Handwerk vergangener Zeiten vermittelte der Markt beim Grenzgangfest in Wiershausen.

Einen gemütlichen Dorfmarkt mit typischer Marktatmosphäre in dem beschaulichen Ambiente des Leineweberdorfes Wiershausen präsentierten Vereine, Gruppen und Familien des Ortes am Sonntag.

Im Rahmen des Heimat- und Grenzgangfestes wurde der Markt veranstaltet. Schnell merkten die Besucher, dass in Wiershausen die Gemeinschaft und das Engagement miteinander gelebt werden. „Ist das nicht schön, was hier auf die Beine gestellt wurde“, meinte Pastor Peter Unger. Doch nur wenn der Zusammenhalt stark ist, kann so eine Veranstaltung laufen.

Vom Korbflechter bis zum Schmied

Für die Interessenten, die ersten kamen bereits am Vormittag, wurde der Besuch zu einem eindrucksvollen Erlebnis. An den 40 Ständen wurden originelle Waren wie handgefertigte Puppen, Drechselarbeiten, selbst hergestellter Schmuck und vor Ort bemaltes Porzellan angeboten, Speisen und Getränke verkauft und alte Handwerkskunst präsentiert.

Dabei waren ein Schmied, ein Seiler, ein Mollenhauer, ein Korbflechter, ein Holzmaler, ein Töpfer und ein Drechsler. Verschiedene Tanz-, Gesang- und Liedvorträge sowie Dreschvorführungen lockerten das bunte Markttreiben auf.

Es war ein gemütlicher Markt, bei dem Hektik und Stress draußen blieben. Die meisten Besucher brachten ausgiebig Zeit mit, um alle Angebote in ihrer Vielfalt zu entdecken und zu genießen. Doch leider machte das Wetter ab dem frühen Nachmittag einen Strich durch die Rechnung.

Regen als Spaßbremse

Es regnete sich so richtig ein, so dass weitere Besucher gar nicht kamen und andere nach Hause gingen. „Ich kann nicht verstehen, dass Regen die Menschen abhalten kann, so einen Markt aufzusuchen, es gibt doch Regenschutz“, sagte Uwe Bischoff, der aus Hetjershausen gekommen war.

Ausstellung: Vom Flachs zum Leinen

Für alle, die trotz des Regens geblieben waren, gab es Aktionen im Gemeinschaftshaus und in den Scheunen. So zeigte der Heimatverein eine eindrucksvolle Ausstellung zum Thema „vom Flachs zum Leinen“. Dort konnten die Besucher das Rohmaterial begutachten – bis hin zu fertigen Kleidungsstücken. Familie Finger erweckte einen alten Bauernhof zum Leben und präsentierte die frühere Milch- und Melkwirtschaft.

Wer wollte, durfte Liese, eine Holzkuh melken, eine richtige Liese streicheln oder Sensen schärfen. Mit viel Mühe und Liebe zum Detail hatten Karin Günther, Brunhilde Hoffmann, Doris und Uwe Henze, Marga Schmidt, Thomas Fette, Anni Hofmann und Anita Tritsch eine kleine Heimatstube mit Gebrauchsgegenständen für Haus und Garten, Geschirr, Tischwäsche und Handtüchern sowie alten Deko-Artikeln in einer Garage eigens für den Dorfmarkt zusammengestellt. „Das sind alles Dinge, die wir sonst alle zu Hause stehen haben“ , sagte Karin Günter. „Doch uns macht es Spaß, sie zum Dorfmarkt mal vielen Menschen zu zeigen“. (zpy)

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