Mangelware gute Azubis

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Hier hatten beide Seiten Glück: Die Azubis haben eine Stelle ihrer Wahl gefunden und das Unternehmen ist auf geeignete Bewerber gestoßen.

Das Phänomen kurzfristiger Absagen vor Antritt eines Ausbildungsplatzes gibt es nach wie vor. Im zweiten Jahr in Folge jedoch haben Unternehmen zunehmend das Problem, Interessenten zu finden. „Wir haben weniger Bewerbungen“, sagt Sabine Jentsch von der Firma Friedola in Meinhard-Frieda.

Die Demografie bringt nicht nur mehr ältere Menschen, sondern auch weniger junge. „Es gibt weniger Ausbildungssuchende“, sagt Bastian Gewehr von der Arbeitsagentur. In Verbindung mit zu hohen Anforderungen der Arbeitgeber führe das zu Engpässen bei der Besetzung von Ausbildungsstellen.

Zu Beginn des Berichtsjahres im Oktober 2010 haben sich im Werra-Meißner-Kreis insgesamt 758 Bewerber bei den Agenturen für Arbeit Eschwege und Witzenhausen sowie beim Jobcenter gemeldet. Davon waren zum Stichtag der Statistik im Juli noch 181 Bewerber unversorgt. Demgegenüber standen 553 gemeldete Berufsausbildungsstellen im Werra-Meißner-Kreis, wovon im Juli noch 101 Stellen unbesetzt waren.

Die Ausbildungsberater des Servicezentrums Werra-Meißner der Industrie- und Handelskammer Kassel können die Aussagen der Firmen bestätigen. Insbesondere in den Branchen Gastronomie, Einzelhandel und weiteren Dienstleistungsunternehmen stehen freie Ausbildungsstellen zur Verfügung. Schon 2010 konnte etwa ein Drittel aller freien Ausbildungsstellen aufgrund fehlender oder nicht geeigneter Bewerber nicht besetzt werden. Gleichzeitig ist bei den Unternehmen eine verstärkte Bereitschaft zu verzeichnen, erstmalig Ausbildungsplätze einzurichten. Dies besonders für die Branchen Einzelhandel sowie in den gewerblich-technischen Betrieben.

In den Bereichen Bäcker, Fleischer, Verkäufer und am Bau sei es am schwierigsten, Azubis zu finden, sagt Jürgen Germroth von der Kreishandwerkerschaft. „Man muss als Firma noch intensiver werben“, empfiehlt er. Und weg von der klassisch, schriftlichen Form hin zur Bewerbung per E-Mail.

Für junge Menschen besteht auch jetzt noch eine realistische Chance, einen Ausbildungsplatz zu erhalten. Freie Plätze können über die Agentur für Arbeit beziehungsweise über die Ausbildungsplatzbörsen der Kammern nachgesucht werden. (WR)

Kontakt: Agentur für Arbeit, Walburger Straße 41, 37213 Witzenhausen, Tel. 0 18 01 / 555 111 (für Arbeitnehmer), Tel. 0 18 01 / 66 44 66 (für Arbeitgeber), E-Mail: witzenhausen@arbeitsagentur.de

Ausbildungsplatzbörse der IHK: www.azubi-kassel.de

Lehrstellenbörse der Handwerkskammer: www.hwk-kassel.de/ausbildung/lehrstellenboerse.html

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