Meister machen mobil

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Ein Meisterwerk made in Hersfeld-Rotenburg: Kfz-Meister Viktor Tach mit Ehefrau Marina und dem sechs Wochen alten Luis.

Der kleine Luis kann ruhig schlafen. Das sechs Wochen alte „Meisterstück“ von Viktor und Marina Tach aus Bebra hat eine ziemlich gesicherte Zukunft. Sein Papa ist frisch gebackener Kfz-Meister, und die Chancen für Handwerker wie ihn sind gut.

Das machte auch der kommissarische Leiter der Handwerkskammer Kassel, Eberhard Bierschenk, beim Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft deutlich. „Uns fehlen viele potenzielle Betriebsnachfolger“, sagte Bierschenk. In den kommenden Jahren stünden im Kammerbezirk rund 3000 Betriebe zur Übernahme.

Zufrieden mit Geschäftslage

Er appellierte deshalb an die 19 Jungmeisterinnen und Jungmeister, die im Rahmen der Veranstaltung ihre Meisterbriefe überreicht bekamen, sich selbstständig zu machen, um Arbeitsplätze zu erhalten.

„Das Handwerk ist zufrieden, wir haben die Euro-Krise bisher gut überstanden“, sagte Bierschenk. Jüngsten Zahlen des Hessischen Handwerkstages zufolge sind 83 Prozent der Betriebe mit ihrer Geschäftslage zufrieden. Für das Jahr 2012 rechne das Handwerk trotz des Auslaufens der Konjunkturprogramme mit einem Wachstum von 1,5 Prozent.

Bierschenk sieht vor allem im demografischen Wandel große Chancen für das Handwerk. Der Bedarf an altersgerechten Wohnungen werde steigen. Überhaupt registriert das Handwerk einen Trend zu Investitionen in die eigenen vier Wände.

Bierschenk forderte deshalb die Politik auf, die gesetzlichen Rahmenvorgaben für die steuerliche Förderung von energetischen Gebäudesanierungen schnell voranzutreiben.

Zufrieden zeigte sich das Handwerk trotz allgemeiner Nachwuchssorgen mit der Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge. Hessenweit ist die Zahl um 0,7 Prozent angestiegen, im Kreis Hersfeld-Rotenburg sogar um zehn Prozent, was ein Plus von 20 Lehrverträgen bedeutet.

Auch für den kleinen Luis sollte es also noch genug zu tun geben – wenn er dann ausgeschlafen hat. (Kai A. Struthoff)

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