Minister Al-Wazir zeichnete im Kongress-Palais 62 Landessieger im Handwerk aus

Nachwuchs im Aufwind

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In Hessen ist er spitze: Marcel Schröder aus Kassel zeigt seine prämierte Arbeit, die er nach einer vorgegebenen Zeichnung umgesetzt hat.

Kassel. Handwerk hat goldenen Boden. Dieses Sprichwort hat sich für Marcel Schröder aus Kassel in besonderer Weise bewahrheitet: Der 22-Jährige hat bei den Städtischen Werken erfolgreich eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik gemacht.

Die Werke waren von ihm so angetan, dass sie Schröder einen unbefristeten Job gegeben haben, wie er berichtet.

Gestern gab es für den jungen Mann noch ein Sahnehäubchen obendrauf: Er wurde mit 61 weiteren Nachwuchshandwerkern aus ganz Hessen im Kongress-Palais zum Landessieger im Handwerk gekürt. Dafür gab es einen Handschlag von Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir, eine Ehrenurkunde und eine Geldprämie. 7800 junge Leute aus 61 Handwerksberufen, die gerade vor ihrer Gesellen- oder Abschlussprüfung standen, hatten an dem vom Hessischen Handwerkskammertag ausgerichteten Wettbewerb teilgenommen. „Diese Herausforderung hat mich gereizt“, sagt Schröder. Seine Arbeit, ein mit verschiedenen Schweißverfahren zusammengefügtes System aus Kupferrohren und elektrischen Anschlüssen, stellte er fürs Publikum im Kongress-Palais aus. In zwei, drei Jahren werde er vielleicht seinen Meister machen, sagt der Junghandwerker.

Mehr Meister braucht das Land. Das meinte auch Stadträtin Esther Haß, die ein Grußwort für die Stadt Kassel sprach. Sie verwies dabei auf den demografischen Wandel. Das war auch das Thema von Minister Al-Wazir: Das Handwerk müsse sich bei der sinkenden Zahl von Schulabsolventen und einer wachsenden Neigung junger Menschen, lieber zu studieren, auf weniger Nachfrage nach Azubi-Stellen einrichten.

Das Handwerk werde aber als Stütze der hessischen Wirtschaft gebraucht. Nächstes Jahre werde das Land ein Programm zur Unterstützung von kleinen Handwerksbetrieben bei der Ausbildung auflegen, kündigte er an.

Bernd Ehinger, Präsident des Hessischen Handwerkstags, sagte, im Handwerk würden dieses Jahr etwa 10 000 Ausbildungsverträge abgeschlossen. Das Handwerk biete leistungsbereiten Nachwuchskräften gute Jobchancen. Die Branche setze große Hoffnungen auf die Energiewende. „Das Handwerk steht in den Startlöchern“, erklärte Ehinger. Er hoffe, dass die Politik die energetische Sanierung von Gebäuden mit steuerlichen Erleichterungen unterstütze. Marcel Schröder geht nun in die nächste Runde. Im Laufe des Novembers wird der Bundesentscheid der Nachwuchshandwerker ausgetragen.

Neben Schröder freute sich auch die zweite Landessiegerin aus der Kasseler Region über ihre Auszeichnung: Marina Petersdorff hat bei Schornsteinfegermeister Peter Simon aus der Schauenburger Ortschaft Breitenbach gelernt. Sie erschien in der Berufstracht ihres Handwerks. (pdi)

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