Ein Möbel fürs Leben

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Variabler Schreibtisch: Dorothea Uebach kann ihren Laptop auf der unteren Arbeitsfläche stehen lassen und die Tischplatte runterklappen, wenn sie schreiben will. 

Die Vorgaben sind für alle gleich: 80 bis 100 Arbeitsstunden dürfen die Azubis im Tischlerhandwerk für ihr Gesellenstück aufwenden, etwa eineinhalb Quadratmeter groß soll (außer bei Betten) die Ansichtsfläche sein, eine Zeichnung muss vorab vom Prüfungsausschuss der Handwerkskammer genehmigt werden.

Dann kann’s losgehen. Und welche Bandbreite an Möbeln die angehenden Gesellen entwerfen und bauen, ist zurzeit in einer Ausstellung der Schreiner-Innung an zwei Standorten zu sehen: Wie gewohnt in der Handwerksform und erstmals im neuen Ausstellungsraum in der Orangerie (siehe Extra-Artikel).

Für ihre Abschlussarbeiten - ob Rollcontainer, Tisch oder Phonosideboard - wenden die Auszubildenden nicht nur Fantasie und ihre erworbenen handwerklichen Fähigkeiten an, für die Unikate nutzen sie auch die edelsten Materialien aus - die sie selbst finanzieren müssen. Schließlich bauen sie ein Möbel fürs Leben.

Mit Präzision und Geschick: Bett (Ahorn/Buche) von Björn Wolff und Stollenschrank mit Schieferplatte von Fabian Werner.

So wie Dorothea Uebach, die ihre Ausbildung bei der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) absolviert und sich selbst einen raffinierten, ergonomisch genau angepassten Linoleum-Nussbaum-Schreibtisch gebaut hat - mit ausziehbaren Schubfächern, einer aufklappbaren Arbeitsplatte und einer niedrigeren Fläche für den Laptop - inklusive Kabeldurchlass. Die 22-Jährige wird mit ihrem persönlichen Deluxe-Schreibtisch nach Halle ziehen und dort ein Innenarchitektur-Studium beginnen.

Einen Trend zu dunkleren Hölzern wie Nussbaum und Eiche macht Eberhard Brüger, Schreinermeister bei der MHK, bei den über 30 Gesellen aus. York Balandat beispielsweise hat sich eine massive Eichentruhe gebaut. Seine Idee: Bei einem Umzug soll all sein Besitz hineinpassen. Zum Schleppen allerdings wird er Hilfe brauchen.

Bis 5.8., Handwerksform, Scheidemannplatz 2, Mo-Do 9-16, Fr 9-15.30 Uhr. Ausstellungsraum Orangerie Westpavillon, Di-So 10-17 Uhr.

Von Mark-Christian von Busse

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