Ausstellung: Schreiner-Innung Kassel zeigt Gesellenstücke von 1957 bis 2011

Möbel im Wandel der Zeit

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Feierlich: Zur Ausstellungseröffnung am frühen Dienstagabend kamen neben Organisatoren und Ausstellern auch viele Gäste. Das Foto zeigt Heinrich Gringel, Präsident der Kasseler Handwerkskammer (von links), Innungsobermeister Frank Baum und Schreinermeister Kurt Becker, dessen Exponat aus dem Jahr 1957 stammt und damit zu den ältesten Gesellenstücken der Ausstellung zählt.

Als Kurt Becker, Schreinermeister aus Kassel, in den späten 50er-Jahren des vorigen Jahrhunderts sein Gesellenstück herstellte, hätte er nie daran gedacht, dass der Schreibschrank – aus Rüster und Ahorn gefertigt – einmal Teil einer Ausstellung sein wird, die knapp sechzig Jahre später stattfindet.

Doch so ist es geschehen: Beckers Gesellenstück gehört zu zwölf weiteren Exponaten, die jetzt in der Handwerksform zu sehen sind. „Das Gesellenstück – eine Zeitreise“ lautet der Titel der Ausstellung, die die Schreiner-Innung Kassel auf die Beine gestellt hat und noch bis zum 27. Mai in den Räumen der Handwerksform am Scheidemannplatz präsentiert wird. Gezeigt werden Arbeiten, die in der Zeit von 1957 bis 2011 entstanden sind.

Querschnitt der Arbeiten

Die Idee, die dahinter steht, bringt Innungsobermeister Frank Baum auf eine kurze Formel: „Wir wollten einen Querschnitt von dem erhalten, was sich im Schreinerhandwerk verändert hat und was geblieben ist.“ Der Veränderung unterworfen sind viele Stücke sicherlich dem jeweils vorherrschenden modischem Geschmack. Und auch die Wahl der Hölzer und anderer Materialien sind Teil des jeweiligen Zeitgeistes. Das merkt der Betrachter bei dem einem Exponat mehr, beim anderen weniger.

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So beispielsweise die schwere, mit Intarsien aufwendig gestaltete Holztruhe von Ralf Becker aus dem Jahr 1984, die man sicherlich als zeitlos betrachten könnte. Was die Art der Verarbeitung der verschiedenen Hölzer betrifft, habe sich vom Handwerk her gesehen nicht viel verändert, bemerkt Frank Baum beim Rundgang durch die Ausstellung und fügt hinzu: „Es stehen Stücke hier, die könnten auch heute noch so gebaut werden.“ Und eine weitere Konstante verbindet die Arbeiten durch alle Jahrzehnte und über alle Modetrends hinweg: Die Gesellenstücke erweisen ihre Qualität im täglichen Gebrauch und bleiben in den meisten Haushalten der Schreiner über Jahrzehnte ein geschätztes Möbelstück. Auch davon vermittelt die Austellung einen nachhaltigen Eindruck. (veg)

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