„Motto bleibt: Klein aber fein“

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Friedrich Brauner

Laut Konjunkturbericht der Handwerkskammer Kassel boomt das Handwerk im ersten Quartal 2011. HNA-Volontärin Julia Mohr sprach mit dem stellvertretenden Kreishandwerksmeister, Friedrich Brauner, aus Reinhardshagen, wie er als Chef eines Holzbau- und Bedachungsbetriebes die Situation einschätzt.

Wie schätzen Sie die aktuelle wirtschaftliche Lage Ihres Geschäftes ein?

Friedrich Brauner: Unsere Auftragslage ist gut. Es geht immer mal auf und ab. Unsere Aufgabenfelder sind zum großen Teil Dinge, die nicht in die Konjunkturpakete greifen. Deshalb können wir davon auch nicht profitieren.

Laut Konjunkturbericht profitieren momentan besonders die Ausbaubetriebe. Worin sehen Sie den Grund dafür?

Brauner: Ich denke, dass die Menschen wieder selbstbewusster und optimistischer werden. Deshalb sind sie vielleicht auch eher dazu bereit, zu investieren.

Worin sehen Sie den Grund, dass Ihre Auftragslage momentan so gut ist?

Brauner: Wir haben dieses Jahr quasi durchgearbeitet und viele Aufträge aus dem vergangenen Jahr mit ins Jahr 2011 genommen. 2010 konnten wir aufgrund des Winters nur von Ende März bis Anfang November arbeiten. Die Aufträge waren da, aber wir konnten sie nicht bearbeiten. Das könnte auch bei den Ausbaubetrieben der Fall sein und deshalb könnte deren Konjunkturbilanz so gut aussehen.

Was macht den Großteil Ihrer Arbeiten aus?

Brauner: In den vergangenen Jahren hat sich der Trend abgezeichnet, dass weniger neue Häuser gebaut werden und mehr saniert wird. Dementsprechend bauen wir vorwiegend im Bestand. Wir machen vor allem Dachumdeckungen und Wärmedämmungen. Energetische Sanierungen sind ein großes Thema.

Wann war Ihre Auftragslage zuletzt kritisch?

Brauner: Das ist schon sehr lange her. Das ist dem Dachdeckereibetrieb, der seit 2004 unser zweites Standbein ist, zu verdanken.

Warum ist das vorteilhaft?

Brauner: Wir stellen immer wieder fest, dass wir damit eine bessere Ausgangslage haben, weil Menschen gerne alle Arbeiten aus einer Hand ausführen lassen.

Ist diese positive Entwicklung ein Grund für Sie, Ihren Betrieb zu vergrößern?

Brauner: Nein, wir haben momentan sechs Mitarbeiter und ab August einen neuen Auszubildenden. Unser Motto bleibt: klein, aber fein.

Was erwarten Sie für die Zukunft des Handwerks?

Brauner: Ich denke, dass die Lage so bleiben wird. Deshalb müssen wir unseren Markt im Bauen im Bestand suchen. Das sehe ich aber optimistisch, denn die Leute werden immer sanieren lassen. Einzige Sorge, die ich habe, ist die, dass uns der Nachwuchs ausgehen könnte. Momentan ist das noch nicht der Fall, aber es melden sich immer mehr Bewerber mit schlechtem Schulabschluss.

Zur Person

Friedrich Brauner jun. wurde 1950 in Reinhardshagen geboren. Er wurde im elterlichen Betrieb, der seit 1947 besteht, zum Zimmerer ausgebildet. Brauner besuchte bis 1973 die Meisterschule in Kassel. Seit Juni 2004 bietet der Meisterbetrieb Holzbau Brauner auch Dachdeckerarbeiten an.

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