Musikinstrumentenmacher bieten dem Nachwuchs ein breites Ausbildungsspektrum

Finden immer den richtigen Ton

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Fagottistin Mareike Hoffmann

Viele bekannte Komponisten stammen aus dem deutschsprachigen Raum – kein Wunder also, dass auch das Handwerk des Musikinstrumentenbaus hier viele Wurzeln hat und Deutschland bis heute als das traditionelle Herstellerland für einen Großteil der Musikinstrumente des westlichen Kulturkreises gilt.

Der Instrumentenbau ist ein uraltes Handwerk und als solches in einer Innung zusammengefasst. Die Mitglieder der Musikinstrumentenmacher-Innung Hessen trafen sich jetzt in Lich-Arnsburg zu ihrer Jahreshauptversammlung.

Obermeister Kilian Gottwald begrüßte die Anwesenden, darunter unter anderem auch die Fagottistin Mareike Hoffmann, Mitglied des Philharmonischen Orchesters am Staatstheater Gießen mit ihrer Familie. Die Musikerin erläuterte den Innungsmitgliedern das Fagott und präsentierte ein Musikstück auf diesem hervorragendem Holzblasinstrument.

Im Anschluss stellte Stefan Kömpel, Geschäftsführer des Innungsbetriebes Conrad Mollenhauer GmbH, Fulda, den Anwesenden die breite Palette der Blockföten und deren Entwicklung vor. „Die Blockflöte ist ein gutes Ausgangsinstrument und eine gute Grundlage zum Spielen anderer Instrumente.“ Mittlerweile werden aber an dieses scheinbar einfache Instrument hohe Anforderungen gestellt. „Der Mark hat sich verändert“, so Stefan Kömpel, der die Mollenhauer GmbH, dafür gut gerüstet sieht. Die rund 32 Mitarbeiter stellen jährlich rund 40.000 Instrumente in 150 unterschiedlichen Modellen her. Gerade durch die Konstruktion der Elody als E-Blockflöte mit Tonabnehmer habe man den Musikern neue Möglichkeiten geschaffen. „Die Produktion erfordert eine hohe Präzision, die durch den Einsatz von CNC-Technik sichergestellt wird“. Ergänzt wurde der Redebeitrag durch praktische Vorführungen: Mareike Hoffmann präsentierte die unterschiedlichen Blockflöten durch musikalische Vorträge.

In seinem Jahresbericht stellte Obermeister Kilian Gottwald fest, dass die Auslastung bei den meisten Innungsbetrieben gut bis zufriedenstellend sei. „Wünschenswert ist aber eine noch engere Zusammenarbeit auf Innungsebene und über die Instrumentengrenzen hinweg, um für die Zukunft gerüstet zu sein.“ Im Rahmen einer Mitgliederwerbeaktion will der Vorstand weitere Instrumentenbauer von den Vorteilen der Innung begeistern.

Die Urkunde der Handwerkskammer Kassel zum 50-jährigen Betriebsjubiläum erhielt der Orgelbauerbetrieb Dieter Noeske, Rotenburg/F., sie wurde dem Kollegen Peter Kozeluh in Vertretung für den erkrankten Inhaber, Dieter Noeske, verbunden mit allen guten Wünschen auch für eine baldige Genesung des Betriebsinhabers, überreicht.

Auch bei den Instrumentenbauern macht sich der demografische Wandel bemerkbar, eine aktive Nachwuchswerbung steht ganz oben auf der Prioritätenliste. Aus diesem Grund begrüßte die Versammlung die Imagekampagne des Deutschen Handwerks, die sich ganz dem Thema Ausbildung widmet. Doch auch selbst ist man nicht untätig: Durch die Teilnahme an Ausbildungsplatz-Börsen und andere Aktivitäten will man geeignete junge Menschen für den vielfältigen beruf des Musikinstrumentenmachers begeistern.

Hintergrund:

Die Musikinstrumentenmacher-Innung Hessen erfasst folgende Instrumente: Orgel- und Harmoniumbau Klavier- und Cembalobau Handzuginstrumentenmacher Geigen- und Bogenbau Zupfinstrumentenbau Holzblasinstrumentenbau Metallblasinstrumentenbau (nh)

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