Neuer Job mit 58 Jahren

+
Beruflicher Neuanfang: Der gelernte Schlosser Manfred Böhmer arbeitet heute als Verkäufer bei der Firma Icke in Kassel.

Mit 58 Jahren erlebte Manfred Böhmer, was für viele ältere Arbeitnehmer ein Albtraum ist: Der Schlosser verlor seinen Job. Die Firma, bei der er beschäftigt war, ging in die Insolvenz. Doch für Böhmer war das Berufsleben damit nicht zu Ende.

Er fand einen neuen Job bei der Firma Icke in Kassel. Dort verkauft er seit drei Jahren nun Werkzeug, Eisenwaren und Gartengerät. „Der Umstieg war schwierig“, sagt Böhmer. Verkaufen sei ein ganz anderes Feld – allerdings helfe ihm sein Wissen als Schlosser bei der Beratung.

Dabei wagte der Kasseler den Sprung in den neuen Job ohne Umschulung. „Meine Kollegen haben mir den Einstieg aber leicht gemacht“, sagt er. Erst während der Arbeit habe er Fortbildungen gemacht.

Unternehmen mit Weitblick

Die Firma Icke mit ihren 13 Beschäftigten hat gute Erfahrungen mit älteren Mitarbeitern gemacht, bestätigt Geschäftsführer Walter Gude. Gefragt sei allerdings eine Mischung: „Wir haben ein gutes Team im Alter zwischen 30 und 60 Jahren.“ Der Vorteil der Älteren: Sie brächten Erfahrung mit, Fachwissen, und zudem seien die Kunden oft im gleichen Alter.

Icke ist für die Integration älterer Mitarbeiter bereits als Unternehmen mit Weitblick ausgezeichnet worden. Diesen Titel des Beschäftigungspaktes Perspektive 50plus trägt auch die Kasseler Herkules Hebetechnik mit ihren 75 Mitarbeitern. Dort spielt das Alter bei Personalentscheidungen keine Rolle, sagt Geschäftsführer Peter Löprick: „Es geht ausschließlich um Leistungsfähigkeit und die Lust zu arbeiten.“

Auch die Städtischen Werke und die KVG haben schon ältere Arbeitnehmer eingestellt. Denn: „In einigen Bereichen verspüren wir einen Fachkräftemangel“, sagt Sprecher Ingo Pijanka. Grundsätzlich bemühe man sich aber, selbst qualifizierten Nachwuchs heranzuziehen.

Ältere als Kontrolleure

In einigen Bereichen seien Ältere dagegen unverzichtbar: beispielsweise als Kontrolleure in Bus und Bahn. „Da kann man keinen 19-Jährigen reinschicken.“ Denn das Verhalten der Schwarzfahrer sei oft sehr problematisch und fordere Erfahrung. (gör)

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.