1. Startseite
  2. Wirtschaft
  3. Handwerk

40 Männer und eine Frau

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Freisprechung
Es ist geschafft: Im Hessischen Hof in Bebra wurden den 41 neuen Gesellen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg am Samstag ihre Gesellenbrief überreicht. © Apel

41 Metallbauer, Kfz-Mechatroniker, Anlagenbauer der Fachrichtung Sanitär-Heizung-Klima und Elektroniker wurden am vom stellvertretenden Kreishandwerksmeister und Obermeister der Metall-Innung Kurt Modenbach im Hessischen Hof in Bebra von den Verpflichtungen des Lehrvertrages freigesprochen.

Traditionsgemäß waren die jungen Leute – unter ihnen als einzige Frau die Kraftfahrzeugmechatronikerin Christina Stahl aus Herfa – mit Ausbildern, Lehrern und Eltern zur gemeinsamen Verabschiedung eingeladen. Abschiedsstimmung kam allerdings nicht auf, denn immer wieder wurde deutlich, dass Gesellenprüfung, Freisprechung und Überreichung des Gesellenbriefes erst erste Stationen auf dem Weg in eine aussichtsreiche berufliche Zukunft sind. „Gut ausgebildete Handwerker haben kein Problem, einen Arbeitsplatz zu finden“, unterstrich Modenbach. Mit den in den verschiedenen Prüfungen unter Beweis gestellten Fähigkeiten sei jeder Junghandwerker in der Lage, für sich selbst zu sorgen und Verantwortung zu tragen. Daneben gelte es, sich immer wieder fort- und weiterzubilden und Lehrgänge zu besuchen: „Lernen ist wie Schwimmen gegen den Strom. Wenn man damit aufhört, treibt man zurück.“

Modenbach wünschte den jungen Leuten auch weiterhin viel Erfolg. Er schloss mit den Worten: „Werden Sie Ihrer Verantwortung gerecht, werden Sie ein fairer Partner und versuchen Sie auch immer, Ihren Chef zu verstehen. Gott schütze unser ehrbares Handwerk.“

Als Festredner ergriff der ehemalige Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Hersfeld-Rotenburg, Arno Schöter, das Wort. Er wünschte sich, dass es auch in den „typisch männlichen Berufen“ in nicht allzu ferner Zukunft zu einem ausgeglichenen Verhältnis zwischen Männern und Frauen kommt. Des Weiteren befasste er sich mit den Vorzügen des Landkreises, den er wie folgt beschrieb: „Unsere Region ist herzlich und überschaubar, und sie lässt den Gedanken zu, dass jeder an seinem Platz gebraucht wird – vom Landrat bis zum Auszubildenden.“

Wege nach oben

In den Ballungsgebieten sei „nicht alles Gold, was glänzt“ und vielfach sei es auch so, dass horrende Mieten finanzielle Vorteile wieder wegnähmen. Es gelte, auf die Region aufzupassen und zu verhindern, dass immer mehr Einrichtungen abgezogen werden. Beispielhaft verwies er auf die Schließung des Arbeitsgerichts Bad Hersfeld, mit der das Land angeblich 60 000 Euro spare, die den Prozessbeteiligten – Arbeitnehmern und Arbeitgebern – jedoch jährliche Mehrkosten in Höhe von 300 000 Euro aufbürde. „Wir müssen uns selbst helfen und dafür sorgen, dass unsere Arbeitsmöglichkeiten attraktiv sind und bleiben“, unterstrich Schöter, bevor er auf „Wege nach oben“ – Weiterbildungsmöglichkeiten, Leistungswettbewerbe und Förderprogramme – einging.

Bildergalerie

In aller Deutlichkeit sprach sich der hoch angesehene Mann des Handwerks für eine adäquate Entlohnung guter Arbeit aus: „In meinen Augen ist es asozial, wenn jemand einen Stundenlohn von 5,50 Euro erhält – das geht letztendlich auf unser aller Kosten.“ Genauso unmissverständlich fügt er allerdings auch hinzu: „Bei unseren Innungsmitgliedern habe ich das in meiner Praxis nicht erlebt.“

Prüfungsbeste

Der Spitze der Kreishandwerkerschaft und den Mitgliedern der Prüfungskommissionen blieb es vorbehalten, den 41 jungen Handwerkern nach dem gemeinsamen Abendessen zur bestandenen Prüfung zu gratulieren und die Gesellenbriefe zu überreichen. Als Prüfungsbeste wurden Moritz Kimpel aus Bad Hersfeld, der bei Opel Dürkop in Bad Hersfeld zum Kraftfahrzeugmechatroniker ausgebildet wurde, und Marcel Müller aus Rotenburg, der bei Mirko Koch in Richelsdorf das Metallbauerhandwerk erlernt hat, ausgezeichnet.

Download

PDF der Sonderseite ...qualifiziert! Wir gratulieren

Viel Anerkennung wurde der einzigen Junggesellin, Christina Stahl, zuteil. Sie hatte das Glück, dass Frank Simon aus Friedewald gerne eine junge Frau ausbilden wollte. „Mädchen sind ordentlicher und haben nicht so viele Flausen im Kopf“, erklärt er freimütig. Deshalb war für ihn nach einem von Christina absolvierten Praktikum sofort klar, dass er der gestandenen Einzelhandelskauffrau die Möglichkeit eröffnet, das zu werden, was sie schon immer werden wollte: Kraftfahrzeugmechatronikerin. Beide Seiten haben es nicht bereut. Die 24-Jährige schloss als Zweitbeste des Prüfungsjahrgangs ab. Sie wird übernommen und schon bald die Meisterschule besuchen. Ihr Fazit: „Mein Chef hat mir von Anfang an viel zugetraut und mich motiviert. Ich selbst habe immer viel gefragt und früh angefangen zu lernen.“

Die Gesellen

Metallbauer

Kfz-Mechatroniker

Anlagenmechaniker Sanitär-Heizung-Klima

Elektroniker

Partner dieser Sonderveröffentlichung

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,
wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.
Die Redaktion