Papst trifft Handwerk

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Feurige Angelegenheit: Die Glocke wird gebrannt.

Vom 22.  bis 25. September besucht Papst Benedikt XVI. Deutschland. Das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche beginnt seine Reise in Berlin und reist über Erfurt und Etzelsbach nach Freiburg. Dabei wird er auch auf zahlreiche handwerkliche Meisterleistungen treffen.

Ein deutscher Papst besucht Deutschland. Damit dieses besondere Ereignis in einem würdevollen Rahmen stattfindet, laufen die Vorbereitungen schon lange vor dem großen Ereignis auf Hochtouren. Auch unzählige Handwerker tragen mit tatkräftigem Einsatz dazu bei. Sie verwandeln das Berliner Olympiastadion in eine Freiluftkirche, schaffen den Rahmen dafür, dass bis zu 100.000 Menschen in Etzelsbach ein großes Pilgerfest feiern können, bringen die alten Gemäuer des Erfurter Augustinerklosters auf Hochglanz und sorgen dafür, dass die Sandsteinfiguren auf der Schauseite des Freiburger Münsters in ihrer ganzen Pracht erstrahlen.

Ein handgewebtes Altartuch für den Erfurter Dom

Eine handwerkliche Meisterleistung, die der Papst auf seiner Reise durch Deutschland bestaunen kann, stammt aus der Handweberei Rosenwinkel aus Friedland. Hier werden das Altartuch für die Marienvesper in Etzelsbach und die Stuhlbehänge für die Heilige Messe auf dem Domplatz in Erfurt gefertigt.

Traditionelles Handwerk: Eine Glocke wird hergestellt.

„Für unseren Betrieb und das Weberhandwerk ist dieser Auftrag eine große Ehre“, berichtet Werkstattleiterin Nele Knierim. Die Herstellung dieses bedeutungsvollen Stückes erfordert vor allem Fingerspitzengefühl und Geduld. „Größe, Gestaltung und Farbe des päpstlichen Wappens sind genau vorgeschrieben. Deshalb war es eine große Herausforderung, die Farben exakt zu mischen und das Wappen detailgetreu umzusetzen“, so Knierim weiter. Das handwerkliche Qualitätsbewusstsein der Weber zeigt sich auch bei der Stoffauswahl. So werden ausschließlich kostbare Naturmaterialien aus der Region sowie Gold- und Silberfäden zur Gestaltung des Wappens verwendet. „Es ist ein ganz besonders schönes und außergewöhnliches Stück handwerklicher Arbeit, auf das wir sehr stolz sind“, betont Knierim.

Eine Glocke für den Papst

Auch die Glockengießer der Firma Perner aus Passau verbindet eine ganz besondere Beziehung mit Papst Benedikt XVI.: Zu Ehren des Papstes stellte der niederbayerische Familienbetrieb mehrere Glocken her, die auf seinen Namen geweiht wurden und unter anderem in der St. Ursula Kirche im schwäbischen Schnuttenbach für sakrale Töne sorgen. Anlässlich des diesjährigen Papstbesuches fertigt die Firma nun ein Glocken-Ensemble, das in der Nähe von Etzelsbach, einer Station der päpstlichen Reise, ausgestellt wird. Von der Planung, über die Produktion bis hin zur Platzierung der Klangkörper erfordert dieser Prozess millimetergenaue Arbeit. „Die Glocken werden im Lehm-Gussverfahren gegossen, eine Tätigkeit, bei der viel handwerkliches Geschick gefragt ist“, erläutert Inhaber und Glockengießermeister Rudolf Perner. Ausschlaggebend für den richtigen Ton ist die Fertigung der sogenannten Rippe, eine Holzschablone, die zur Herstellung der Gussform benötigt wird. Nur wenn diese perfekt modelliert ist, können Glocken schließlich den gewünschten Klang entfalten. Und dieser spielt eine ganz entscheidende Rolle: „Erst durch den Klang der Glocke wird Religion lebendig“, erklärt Perner feierlich.

Der Besuch von Papst Benedikt XVI. ist ein besonderes Ereignis, zu dessen gelingen ungezählte Handwerker aus den unterschiedlichsten Gewerken beitragen. Aber auch über die päpstliche Reise hinaus bringen Handwerker ihre Kenntnisse und Fähigkeiten ein. Sei das beim Bau und der Restauration prachtvoller Kirchengebäude, der filigranen Gestaltung von Kirchenfenstern, dem Bau von Kirchenorgeln bis hin zur Fertigung von Kelchen oder Monstranzen. Vom Fundament bis zur Kirchturmspitz mit den Glocken verleiht handwerkliche Qualitätsarbeit den 45.000 Kirchen in Deutschland Glanz und Anmut. (www.handwerk.de)

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