Die Perspektive stimmt

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Abwechslungsreich: Die zahlreichen Maler- und Lackiererbetriebe im Landkreis Waldeck-Frankenberg ermöglichen ganz unterschiedliche Tätigkeitsfelder – und bei über 100 Betrieben einen Arbeitsplatz direkt vor der Haustür.

Was Maler- und Lackiererbetriebe angeht, ist der Landkreis Waldeck-Frankenberg breit aufgestellt: Insgesamt gibt es 119 Betriebe im Kreisgebiet, die sich um die Gestaltung und Instandhaltung von Innenräumen und Fassaden kümmern.

Dementsprechend groß ist daher auch der Bedarf an Auszubildenden, die die Betriebe auch in Zukunft konkurrenzfähig aufstellen und vielleicht eines Tages auch die Leitung einer der Betriebe vor Ort übernehmen sollen.

Die Maler- und Lackiererinnung des Landkreises möchte aus diesem Grund den Beruf in seinen verschiedenen Aufgabenfeldern vorstellen und auch auf die Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten hinweisen.

Drei Fachrichtungen

Ganz unterschiedlich sind die Betätigungsfelder, in denen Maler arbeiten können: Da gibt es zum Beispiel das Aufgabenfeld Kirchenmalerei und Denkmalpflege, das auch die historisch interessierten Jugendlichen ansprechen dürfte. Es werden wertvolle Fassaden, Wandmalereien und Stuck saniert, außerdem gehört auch die Sanierung von Einrichtungsgegenständen oder Plastiken zum Aufgabenfeld. Eine weitere Möglichkeit der Betätigung liegt in der Gestaltung und der Instandhaltung – dort werden Fassaden und Innenräume gestaltet, Bodenbeläge werden verlegt und Wände mit unterschiedlichen Maltechniken oder Tapeten verschönert. Zudem ist es möglich, im sogenannten Bauten- und Korrosionsschutz zu arbeiten. Dort zählt das Beschichten und Imprägnieren von Oberflächen sowie das Erhalten moderner Gebäude durch zum Beispiel Brandschutzmaßnahmen zu den Aufgaben.

In der dreijährigen Ausbildung zum Maler oder Lackierer werden jedoch nicht nur praktische Inhalte vermittelt: Auch verschiedene Maltechniken und die Materialkunde gehören zum nötigen Wissensschatz dazu. Aufgrund des vielfältigen Aufgabengebietes ist es sinnvoll, besonders kreativ zu sein und Wert auf Ästhetik und genaue Ausführung der Arbeiten zu legen. Hinzu kommt die Arbeit am Computer, dort werden zum Beispiel Schablonen für bestimmte, vom Kunden gewünschte Muster und Schriftzüge entworfen. Und: Ein Ziel aller Sparten ist letztlich auch ein Schützen der Umwelt, zum Beispiel durch Wärmedämmung. Ausbildungsvoraussetzung: Ein guter Haupt- oder Realschulabschluss.

Nach dem Gesellenbrief muss nicht Schluss sein

Die Perspektiven für eine Karriere im Maler- und Lackierwesen sind dabei nicht zu unterschätzen. Nach einem ersten Einblick in den Beruf, zum Beispiel durch ein Praktikum in einem der zahlreichen Betriebe im Waldecker oder Frankenberger Land, und der erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung zum Maler, gibt es diverse Aufstiegsmöglichkeiten. Eine der nächsthöheren Stufen wäre zum Beispiel der Beruf des Vorarbeiters oder des Baustellenleiters, der durch einen Gesellenbrief mit weiterer Fortbildung erreicht werden kann. Auch das Führen eines Unternehmens als Malermeister kann das Ziel nach engagierter Arbeitsphase sein.

Durch den erst kürzlich in dieser Form beschlossenen Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) ist eine Ausbildung zum Meister, in diesem Fall zum Malermeister, ab sofort einem Bachelor-Abschluss gleichgestellt. Das wird vom Bundesverband Farbe, Gestaltung und Bautenschutz als eindeutiger Imagegewinn für das deutsche Handwerk gewertet. Dem Hochschulabschluss und der Meisterausbildung werden dadurch das gleiche Bildungsniveau, nämlich Stufe 6 als dritthöchster Bewertung, angerechnet.

„Dieser Kompromiss bietet dem Maler- und Lackiererhandwerk die Chance für eine erhebliche Aufwertung der handwerklichen Ausbildung, für den Meisterbrief und zur Anerkennung des gestaltenden Handwerksberufes“, heißt es auf der Internetseite des Bundesverbands weiter.

Bei der Kreishandwerkerschaft in Korbach können aktuell Teile der Meisterprüfung abgelegt werden. Zum einen in der Geschäfts- und Rechtskunde – mit Blick auf das Übernehmen der Betriebsleitung –, außerdem wird vor Ort die Ausbildung der Ausbilder angeboten, um auch in Zukunft Talente in ihren Fähigkeiten zu fördern und damit die Betriebe zukunftsfähig aufzustellen – denn das Handwerk vor Ort ist auf die jungen Kräfte von morgen angewiesen. Zu den Möglichkeiten zählt auch der Erwerb des Titels Betriebswirt des Handwerks, der zugleich auch Hochschulberechtigung ist.

Das Gehaltsgefüge

Die Ausbildungsvergütung für die dreijährige Ausbildung ist in der Maler- und Lackiererinnung festgelegt: Im ersten Lehrjahr erhalten Auszubildende 450 Euro, im zweiten Lehrjahr wird die Summe auf 500 Euro aufgestockt. Im dritten und letzten Ausbildungsjahr erhält der angehende Maler und Lackierer dann 635 Euro. (ld)

Weitere Informationen zum Beruf und den damit verbundenden Karrieremöglichkeiten gibt es im Internet unter www.handwerk.de und unter www.farbe.de.

PDF der Sonderseiten Ausbildungsoffensive 2012

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